Nach Streit mit Messer

Polizist erschießt Mann auf Polizeipräsidium in Oberhausen

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Streifenwagen der Polizei stehen in Oberhausen vor dem Polizeipräsidium. Ein Polizist hat am Morgen auf dem Polizeipräsidium einen Mann erschossen.

[UPDATE 8.25 UHR] Oberhausen - Tödliche Schüsse auf dem Polizeipräsidium: Ein Polizist hat in Oberhausen einen 39-Jährigen erschossen. Der Angreifer habe mit einem Messer auf einen Kontrahenten eingestochen und dann auch die Beamten bedroht.

Ein Polizist hat am frühen Mittwochmorgen auf dem Polizeipräsidium in Oberhausen einen 39 Jahre alten Mann erschossen. Der Mann sei mit einem Messer bewaffnet gewesen und habe die Beamten bedroht, sagte ein Sprecher der Polizei Essen.

Gegen 3.00 Uhr sei es in einem Vorraum des Präsidiums zu einem Streit zwischen dem 39-Jährigen und einem weiteren Mann gekommen. Der 39-Jährige habe mit dem Messer auf den 21-Jährigen eingestochen, sagte ein Polizeisprecher. Beamte hätten den Mann mehrfach aufgefordert, das Messer niederzulegen. Dem sei er aber nicht nachgekommen. Ein Polizist habe daraufhin mehrere Schüsse abgefeuert. Der 39-Jährige starb noch vor Ort an seinen Verletzungen.

Der 21-Jährige, auf den der 39 Jahre alte Mann eingestochen haben soll, wurde verletzt. Es bestehe aber keine Lebensgefahr, sagte der Sprecher. Der 21-Jährige war mit seiner Freundin auf dem Präsidium. Ob das Pärchen den 39-Jährigen kannte und wie es zu dem Streit kam, war zunächst unklar.

Auch müsse noch geklärt werden, ob der Polizist vor den tödlichen Schüssen einen Warnschuss abgegeben hat, sagte der Sprecher. Derzeit würden alle Zeugen befragt. Die Spurensicherung sei vor Ort.

NRW-Polizisten haben 2014 im Einsatz gegen Menschen 22 Mal geschossen

22 Mal haben Polizisten in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr im Einsatz gegen Menschen von ihrer Waffe Gebrauch gemacht. 12 Mal schossen die Beamten direkt auf Menschen, zwei Personen starben dabei. Polizisten dürfen nach Angaben des Innenministeriums von ihrer Schusswaffe Gebrauch machen, wenn sie sich verteidigen müssen, also aus Notwehr handeln, oder aus Nothilfe für andere. In jedem Fall überprüft die Staatsanwaltschaft, ob die Einsatzkräfte in der konkreten Situation überhaupt zur Waffe greifen durften. Im vergangenen Jahr war der Schusswaffengebrauch nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft aber in allen 22 Fällen zulässig.

Im vergangenen Jahr wurde im August in Goch am Niederrhein in einem Park ein Mann erschossen, der mit einem Messer auf Beamte losgegangen war. In Heinsberg starb im Juni 2014 ein 75 Jahre alter Mann durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe, nachdem er Polizisten mit einem Messer angegriffen und drei Beamte schwer verletzt hatte.

Laut Ministerium wurden im vergangenen Jahr zudem sieben Menschen durch Polizeikugeln verletzt. Außerdem schossen Polizisten dreimal auf Gegenstände wie Autos und gaben sieben Warnschüsse ab. - dpa

Quelle: wa.de

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