"Alptraum" für Drängler

Polizeigewerkschaft fordert mehr Anhaltekontrollen auf Autobahnen

Köln - Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) will Autofahrern wieder häufiger die rote Kelle zeigen. "Wir müssen in Zukunft wieder mehr Kontrollen durchführen, bei denen die Verkehrsteilnehmer angehalten werden", sagte der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende, Michael Mertens, auf dem Verkehrsforum "Tatort Autobahn" seiner Gewerkschaft in Köln.

"Anhaltekontrollen sind nicht nur der Alptraum von Verkehrssündern. Sie sind auch der Alptraum reisender Täter, vom Einbrecher bis zum Terrorist, weil sie das Entdeckungsrisiko erhöhen." 

Auch in Zeiten von wachsender Terrorgefahr müsse die Verkehrsunfallbekämpfung im Fokus der Polizei bleiben. Nach Mertens' Auffassung kommt NRW bei der Reduzierung der Verkehrsunfallopfer-Zahlen nicht voran. Das selbst gesteckte Ziel der Landesregierung, bis zum Jahr 2020 die Zahl der Schwerverletzten um 20 Prozent und die Zahl der Toten um 40 Prozent zu senken, könne kaum noch erreicht werden. "Wir werden dieses Ziel deutlich verfehlen, wenn wir nicht gegensteuern", sagte Mertens. 

2015 lag die Zahl der Schwerverletzten landesweit bei mehr als 13 000, die Zahl der Getöteten bei mehr als 500. "Der Tatort Autobahn ist eines unserer ganz großen Themen", sagte auch Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies. "Die Polizei muss klar und konsequent auftreten und Kontrolldruck ausüben." 

Im Bezirk Köln habe sich die Zahl der Toten auf den Autobahnen in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 100 Prozent erhöht, berichtete er. Martin Lotz, Leiter der Direktion Verkehr in Köln, wies darauf hin, dass Kontrollen sehr personalintensiv seien. Der Einsatz von moderner Technik könne helfen, Personal für diese Aufgaben freizusetzen. 

Als erfolgreiches Beispiel, Technik statt Personal einzusetzen, nannte Lotz die Sperranlage auf der Leverkusener Brücke. Diese hindert Lkw daran, über die marode Brücke zu fahren. Lotz sprach sich auch dafür aus, Fahrassistenzsysteme verpflichtend einzuführen: "Was technisch möglich ist und der Verkehrssicherheit dient, sollte gesetzlich eingefordert werden." - dpa

Quelle: wa.de

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