Urteil im Scheunenmord-Prozess

Besten Freund im Streit erschlagen: Gericht wertet Tat als Totschlag

[Update 18.00 Uhr] Paderborn - Sie waren langjährige Freunde, doch an einem Abend im Juni 2014 kam es zum tödlichen Streit: Weil er seinen Freund mit einer Eisenstange totschlug, muss ein junger Mann lange ins Gefängnis. Als Mord bewerten die Richter den Fall in der Neuauflage jedoch nicht mehr. 

Im Streit um ein Mädchen schlug er seinem bestem Freund den Schädel ein, später schnitt er ihm die Kehle durch: Ein heute 21-Jähriger ist am Montag wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden. 

Damit blieb das Landgericht Paderborn unter der Forderung der Staatsanwaltschaft und der Nebenkläger, die den jungen Mann wegen Mordes für länger hinter Gittern sehen wollten. 

An einem Abend im Juni 2014 waren die beiden gemeinsam mit dem Auto des Angeklagten über Land gefahren. Unterwegs hielten sie in einer Scheune, gerieten plötzlich aneinander - wohl weil sie um ein Mädchen stritten. 

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Die Richter vertraten in ihrer Urteilsbegründung die Auffassung, dass der damals 19-Jährige im Zuge dieses Streits seinen zwei Jahre jüngeren Freund spontan erschlagen hatte - nicht heimtückisch, mit kaltblütigem Plan, wie die Staatsanwaltschaft es gesehen hatte. 

Wahrscheinlich sei sogar, dass dem Totschlag eine Rangelei vorausging, in der der Angeklagte eine Eisenstange packte und seinem Freund mit Kraft auf den Hinterkopf donnerte, so die Richter. Mit zertrümmertem Schädel kippte dieser bewusstlos um. Schon der erste von mehreren folgenden Schlägen hätte in jedem Fall in den Tod gemündet. 

Der Angeklagte fuhr davon, kehrte jedoch kurze Zeit später zurück und schnitt seinem todgeweihten Opfer die Kehle durch - um ihn zu erlösen, wie er im Prozess gegenüber einem Sachverständigen angegeben hatte. 

In einer Erklärung seines Anwalts und gegenüber dem Sachverständigen, hatte der Angeklagte die Taten eingeräumt. 

Es war bereits das zweite Mal, dass der sogenannte Scheunenmord von Büren vor dem Landgericht Paderborn verhandelt wurde. Das Schwurgericht hatte die Tat Anfang 2015 als versuchten Mord und vollendeten Totschlag gewertet und eine achteinhalbjährige Haftstrafe verhängt. 

Doch die Eltern des 17-jährigen Opfers und die Verteidiger waren vor dem Bundesgerichtshof in Revision gegangen - es handele sich um eine Tat, nicht um zwei separat zu bewertende Vorgänge, bemängelten die obersten Richter. - dpa

Quelle: wa.de

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