Drei Jahre Haft für Misshandlung der Pflegekinder

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KREFELD - Eine ehemalige Pflegemutter aus dem niederrheinischen Tönisvorst ist wegen jahrelanger Misshandlung zweier Mädchen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Zwischenzeitlich zwang sie die Mädchen sogar in ihrem Kiosk zu arbeiten. Das Gericht kritisierte auch die zuständigen Jugendämter. 

Das Krefelder Landgericht sprach die Frau, die inzwischen in Detmold lebt, wegen der Misshandlung Schutzbefohlener schuldig. Die Mädchen wurden geschlagen, getreten, von der Außenwelt abgeschottet und zur Mitarbeit im Kiosk der Frau gezwungen, wie das Gericht feststellte.

Die Richterin kritisierte die betroffenen Jugendämter. Die hätten Aussagegenehmigungen für ihre Mitarbeiter verweigert und eine Aufklärung erschwert.

Wie schon das Amtsgericht in erster Instanz glaubte die Berufungskammer den beiden Opfern, dass sie von 1998 bis 2002 von der Frau misshandelt worden waren. "Sie hat ein wirkliches Klima der Angst erzeugt", sagte die Richterin am Donnerstag. Die Pflegemutter hatte die damals fünf und neun Jahre alten Mädchen aus einem Heim in Neukirchen-Vluyn vermittelt bekommen. Die Mutter der Mädchen war gestorben.

In erster Instanz war die Frau zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht hatte den Fall zehn Monate und 26 Verhandlungstage lang verhandelt. Erst am vorletzten Tag der Beweisaufnahme hatte die Frau die Taten gestanden. Sie sei überfordert gewesen. Eigene Kinder der Frau und ein weiteres Pflegekind hatten als Zeugen ausgesagt, auch sie seien misshandelt worden. Vier Monate Haft gelten aufgrund der langen Verfahrensdauer als verbüßt.

Quelle: wa.de

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