Kerzen, Blumen und wache Augen: NRW trauert mit Paris

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[Update, 18.35 Uhr] Düsseldorf - Die Terroranschläge von Paris haben auch die Menschen in Nordrhein-Westfalen geschockt. In die Trauer mischt sich die Frage, wie es um die Sicherheit hierzulande bestellt ist. Der Innenminister warnt vor Hysterie - will aber besonders wachsam sein.

Kerzen, Blumen, Gedenkminuten: In den Stunden nach der verheerenden Terrorserie von Paris hat sich auch in Nordrhein-Westfalen Trauer breitgemacht. Politiker verurteilten die Anschläge, Menschen kamen zum französischen Generalkonsulat in Düsseldorf, um ihre Anteilnahme auszudrücken. Die Sicherheitsbehörden wollten besonders wachsam sein, auch wenn es derzeit keine konkreten Hinweise auf Anschläge in Deutschland gebe.

"Wir nehmen die Gefährdungslage sehr ernst. Deutschland steht seit längerem im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Die Anschläge von Paris seien "hinterhältig und unglaublich brutal" gewesen: "Das ist eine neue Dimension". Die Sicherheitsbehörden in NRW seien nach dem Anschlag sensibilisiert und besonders wachsam. Am Generalkonsulat in der Landeshauptstadt wurden nach Angaben der Polizei die Schutzmaßnahmen erhöht.

Auch in anderen Städten reagierten die Sicherheitsbehörden. "Wir haben derzeit ein besonders waches Auge auf vier Gebäude in der Stadt, bei denen es eine Verbindung zu Frankreich gibt", sagte ein Sprecher der Bonner Polizei. Von einer erhöhten Gefahr ging das Polizeipräsidium aber zunächst nicht aus. Auch das Innenministerium sah keine konkreten Hinweise auf bevorstehende Anschläge.

An vielen Orten wurden Zeichen der Anteilnahme gesetzt. Das Innenministerium ordnete Trauerbeflaggung an, in Köln legte die Stadt ein Kondolenzbuch aus, in dem sich Bürger eintragen konnten. Es lag direkt neben dem Kondolenzbuch für den kürzlich gestorbenen Altkanzler Helmut Schmidt. Bei einer Gedenkfeier zum Volkstrauertag am Sonntag sollte in der Domstadt an die Getöteten erinnert werden. In der Stadt Arnsberg fanden sich mehr als 100 Bewohner einer Flüchtlingsnotunterkunft spontan zu einem Schweigemarsch durch die Stadt zusammen. Auf Plakaten standen Botschaften wie "Wir sind Moslems und keine Terroristen".

"Wir stehen in diesen schweren Stunden an der Seite Frankreichs", sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Die Gäste eines SPD-Konvents in Oberhausen legten eine Gedenkminute für die Opfer der Terrorserie ein. Landtagspräsidentin Carina Gödecke fasste die Gefühlslage im Namen aller Abgeordneter des NRW-Landtags zusammen: "Wir trauern, wir weinen, wir beten mit ihnen."

Neben der Trauer wurden auf politischer Ebene auch Rufe nach Konsequenzen laut. CDU-Vize Armin Laschet rief zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf.

Frankreichs Präsident François Hollande hatte am Samstagvormittag den IS für die Anschläge verantwortlich gemacht, bei denen mindestens 120 Menschen ihr Leben verloren. - lnw

Quelle: wa.de

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