Polizei und Justiz wollen hart gegen Grusel-Clowns vorgehen

[Update] Düsseldorf - Die Attacken von Grusel-Clowns auf Passanten nehmen auch in NRW zu. Die Behörden warnen Nachahmer und kündigen konsequentes Durchgreifen an. Den Tätern drohen sogar Haftstrafen.

Sie springen im Dunkeln aus dem Gebüsch, sie tragen Clownsmasken mit gefletschten Zähnen und bedrohen immer häufiger Passanten mit Messer oder Kettensäge: Nach den zunehmenden Attacken von Grusel-Clowns wollen Polizei und Justiz in Nordrhein-Westfalen hart gegen die Täter vorgehen. NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) warnte Nachahmer vor den Folgen ihrer makaberen Aktionen und drohte mit Haftstrafen. "Wer andere zu Tode erschreckt, ist nicht lustig!", warnte Kutschaty am Montag.

Auch wenn dem Opfer nichts passiere, könne ein "demaskierter Clown" bis zu einem Jahr im Gefängnis landen. "Da gehört er dann auch hin! Erst recht, wenn mit der Maskerade weitere Gewalthandlungen verbunden sind." Menschen, die als verkleidete Clowns zum Beispiel aus einer Hecke sprängen, müssten sich darüber im Klaren sein, dass ihr Verhalten eine strafbare Bedrohung sein könne. Es sollten alle Übergriffe von Horror-Clowns angezeigt werden, rät der Minister.

Dem NRW-Innenministerium zufolge hat es in den vergangenen Tagen weit mehr als 100 polizeibekannte Vorfälle mit Grusel-Clowns gegeben, davon allein 86 am vergangenen Wochenende. Diese Zahlen nannte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Montag. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. "Es ist kein Spaß, andere Menschen verkleidet und manchmal sogar bewaffnet zu erschrecken. Sondern einfach nur sadistisch, wirr und gefährlich", sagte Innenminister Ralf Jäger. Die NRW-Polizei nehme das Problem "sehr ernst".

Mehrere Menschen waren in den vergangenen Tagen bei makaberen Clown-Attacken in NRW verletzt worden: In Duisburg schlug ein Grusel-Clown vermutlich mit einem Baseballschläger aus Metall auf einen 30-jährigen Mann ein. In Aachen erschreckte sich ein 21-jähriger Radfahrer so sehr, dass er stürzte und verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Auch in Köln wurde ein 27-Jähriger bei einem "Clown"-Übergriff leicht verletzt. In Leverkusen wurde ein 27-Jähriger von zwei Maskierten mit einem Messer angegriffen. In Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) verletzte sich ein 20-Jähriger, als er sich gegen einen Clown verteidigte.

Die Kölner Polizei kündigte an, im Zusammenhang mit Grusel-Clowns hart durchzugreifen: "Die Grenze des guten Geschmacks ist überschritten", sagte ein Sprecher am Montag der dpa. Polizeibeamte würden alle, die sie mit einer Clownsmaske in der Öffentlichkeit erwischen, "demaskieren" und die Personalien aufnehmen. "Wer momentan mit so einer Maske herumläuft, gerät automatisch ins Visier der Polizei", sagte der Sprecher.

Das Tragen einer Maske sei per se noch keine Straftat. Sobald sich der Erschreckte allerdings verletzt, sehe das anders aus. Insbesondere das Tragen von Waffen könne zu einer Eskalation führen. Potenzielle Nachahmer sollten sich dem Polizeisprecher zufolge bewusst machen, dass ihre Aktion "nach hinten losgehen" könne - etwa wenn sie an "an den Falschen geraten", zum Beispiel an jemanden, der Kampfsportler sei oder sich mit einer Waffe wehre. Denn: "Solche Attacken sind notwehrfähig", sagte der Sprecher.

Innenministerium und Polizeibehörden warnten allerdings davor, Maskierte anzugreifen und ihnen stattdessen aus dem Weg zu gehen. "Betroffene sollten die Polizei anrufen und auf keinen Fall den Helden spielen", sagte ein Sprecher der Polizei Aachen.

Nach den zunehmenden Attacken von Grusel-Clowns fürchtet der Verband Deutscher Zirkusunternehmen einen Imageschaden für die artistische Figur. "Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen", sagte der Vorsitzende des Vereins, Dieter Seeger, der dpa. "Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt." - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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