Noch 47 Turnhallen für Flüchtlinge - Entspannung

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Turnhallen als Unterkunft - ein Bild aus Bönen.

Düsseldorf - Die große Zahl an Flüchtlingen hat sich auch auf den Alltag vieler Bürger ausgewirkt. So wurden beispielsweise Turnhallen zu Notunterkünften umfunktioniert. Nun entspannt sich die Lage.

Weil weniger Flüchtlinge nach Nordrhein-Westfalen kommen, sollen viele Notunterkünfte in Turnhallen in den kommenden Monaten aufgelöst werden. In den 47 Hallen, in denen das Land Flüchtlinge untergebracht hat, sollen Schulklassen und Vereine spätestens nach den Sommerferien wieder kicken und schwitzen können. Auch viele Kommunen lösen ihre Flüchtlingsunterkünfte in den Sporthallen auf. Der Landessportbund begrüßt diese Entwicklung. "Von einer Entwarnung können wir aber noch nicht sprechen", sagte Sprecher Frank-Michael Rall am Montag. Bei der letzten Erhebung des Sportbunds vor einem Monat seien insgesamt noch 350 Hallen in NRW mit Flüchtlingen belegt gewesen.

Die Sportvereine hatten zuletzt geklagt, dass ihnen wegen der zahlreichen provisorisch eingerichteten Flüchtlingsunterkünfte in den Turnhallen die Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten fehlten. Einige Vereine berichteten, dass deshalb erste Mitglieder den Verein verließen.

NRW werde die 47 vom Land genutzten Hallen nun nach und nach wieder freimachen, versprach die für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Arnsberger Regierungspräsidentin Diana Ewert (SPD) im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Ein Dutzend davon könne vermutlich schon im April wieder von Schulen und Vereinen genutzt werden.

Auch mit den Kommunen, die noch deutlich mehr Hallen für Flüchtlinge belegt haben, gebe es gute Gespräche, sagte Rall. "Das kann eine Notlösung sein, aber es darf keine Dauerlösung werden", forderte er. Ewert zeigte Verständnis und bedankte sich bei den betroffenen Schülern, Lehrern, Sportvereinen und Kommunen für das Entgegenkommen. "Das war eine Notsituation, wir mussten die Menschen ja erst einmal unterbringen."

Insgesamt zeigte sich die Regierungspräsidentin zufrieden, wie NRW mit der Aufnahme von Zehntausenden Flüchtlingen im Herbst und Winter umgegangen sei. Statt wie sonst 2000 Menschen pro Jahr seien plötzlich 16 000 pro Woche gekommen. "Das war schon historisch", sagte Ewert. "Das System ist völlig aus den Nähten geplatzt". Derzeit kämen noch rund 1500 Flüchtlinge pro Woche nach NRW.

Diese Entspannung der Lage werde genutzt, um die Strukturen zu optimieren. Am 11. April soll ein zentrales Drehkreuz am Flughafen-Bahnhof in Düsseldorf betriebsbereit sein. Sollten erneut Flüchtlingszüge aus Bayern rollen, könnten dann in einer zum Flughafen-Gelände gehörenden Halle bis zu 1400 Menschen täglich begrüßt werden.

Ab dem Sommer sollen Neuankömmlinge von Düsseldorf aus dann zu einer neuen zentralen Aufnahme-Einrichtung des Landes (LEA) in Bochum gebracht werden. "Hier können an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr bis zu 1000 Menschen täglich registriert und verteilt werden", sagte Ewert. Damit wolle man das Aufnahme- und Registrierungschaos beenden. Von Bochum aus gehe es dann in die Landeseinrichtungen oder in andere Bundesländer. - dpa

Quelle: wa.de

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