Falsches Gleis in Münster "erwischt"

National Express: RE 7 fährt ohne Passagiere ab

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Münster/Hamm - Seit knapp sechs Wochen betreibt National Express den RE 7. Noch immer müssen Reisende mit Verspätungen rechnen. Aber das ist nicht alles.

Von Matthias Münch

Verspätungen und Zugausfälle sind auf der Strecke des RE 7 zwischen Rheine und Krefeld seit Jahren an der Tagesordnung. Davon können auch viele Drensteinfurter ein Lied singen. Vor knapp sechs Wochen übernahm das britische Unternehmen National Express den Betrieb des RE 7 von der Deutschen Bahn (wir berichteten). Dass damit längst nicht alles besser geworden ist, erlebten jetzt wieder einige Dutzend Fahrgäste.

Leerer Zug fährt püktlich ab - am falschen Gleis

Freitagabend: 50 bis 60 Menschen stehen am Gleis 3 auf dem Bahnhof Münster in eisiger Kälte und warten auf den Zug, der um 21.34 Richtung Hamm fahren soll. So steht es auch auf der elektronischen Anzeige, keine Verspätung angekündigt. Dennoch ist kein Zug da. Stattdessen fährt exakt um 21.34 Uhr ein leerer Zug auf Gleis 4 ab.

Böse Kalauer machen die Runde auf Bahnsteig 3: Ob da wohl wieder etwas schief gelaufen ist? Ein Mitarbeiter von National Express bestätigt die Vermutung. Er hatte Schichtende, wollte mit eben dem RE 7 seiner Firma nach Hause fahren und ist nun ebenso ratlos und frustriert wie alle anderen.

Der nächste Zug Richtung Hamm ist die Eurobahn um 22.10 Uhr. Genug Zeit also, um durch den Eisregen zum Informationsschalter der Bahn zu gehen und nachzufragen.

Besonders ärgerlich für Reisende nach Köln oder Düsseldorf

Dort sitzt eine Mitarbeiterin in dicker Jacke im zugigen Container – und hat auch nur eine Vermutung: Der RE 7 fahre wohl auf Gleis 4 ein, müsse dann aber zum Gleis 3 wechseln und von dort um 21.34 Uhr abfahren. Möglicherweise sei der Fahrer neu und habe das nicht gewusst. Für die Kunden gab es dazu keinerlei Information.

Ins gläserne Wartehäuschen auf Bahnsteig 3 wollte niemand, weil es darin unerträglich stank. Ärgerlich war das für die Fahrgäste, die nun mit der Eurobahn rund 40 Minuten zu spät in Drensteinfurt oder Hamm ankamen. Fatal aber für die, die von Hamm in Richtung Köln oder Düsseldorf weiter wollten und nun ihre letztmöglichen Anschlüsse verpassten.

Ob Anspruch auf Erstattung der Kosten besteht, ist fraglich

Ein Anruf am Samstagmorgen bei der Kunden-Hotline von National Express entfachte den Frust neu. Sieben Minuten in der Warteschleife, dann ein freundlicher, aber ahnungsloser Gesprächspartner: Es sei seltsam, dass der Lokführer an Gleis 4 nicht bemerkt habe, dass er mit einem leeren Zug gestartet ist.

Die Fahrgäste, die in Hamm ihren Anschluss verpasst haben, könnten wohl einen Erstattungsantrag stellen, so der Mann. Ob sie darauf aber einen Anspruch hätten, dass könne er nicht verbindlich sagen.

Quelle: wa.de

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