Nach Misshandlung eines Obdachlosen gibt es Hinweise auf Motiv

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[UPDATE 14.18] Aachen - Nach der Misshandlung eines Obdachlosen in Alsdorf bei Aachen muss das Opfer weiter stationär behandelt werden. Drei Jugendliche (15 und 19) sollen den auf einem Schulgelände campierenden Obdachlosen Freitagnacht angegriffen haben. Inzwischen gibt es Hinweise zum Tatmotiv.

Mit Hämmern und Feuer hatten die Täter den 19-Jährigen misshandelt. Grund dafür war laut bild.de ein Streit um zehn Euro, die der Obdachlose den drei Jugendlichen noch schuldete. Das habe der Obdachlose bild.de berichtet.

Der Mann habe sich ausziehen müssen und sei dann in das Feuer seiner angezündeten Kleidung hineingezogen worden.

"Er hat schwerste Verletzungen im Kopf- und Oberkörperbereich sowie massive Verbrennungen an der Hand und am Oberkörper", sagte Oberstaatsanwalt Jost Schützeberg am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.  

Der 19 Jahre alte Obdachlose wurde am Samstagmorgen an einer Bushaltestelle gefunden. Zum Motiv der mutmaßlichen Täter hatten die Ermittler zunächst keine Angaben gemacht.

Gewalt gegen Obdachlose ist keine Seltenheit

Obdachlose werden immer wieder Opfer gewalttätiger Übergriffe. Bei den Attacken aus unterschiedlichen Motiven werden viele der meist schutzlosen Menschen schwer verletzt oder getötet. Einige Fälle:

Mai 2015: Am Berliner Hauptbahnhof wird ein Obdachloser von zwei jungen Männern geschlagen, getreten und bestohlen. Der verletzte 53-Jährige wird in ein Krankenhaus gebracht. Bundespolizisten nehmen zwei Verdächtige im Alter von 22 und 23 Jahren fest.

Juni 2014: Weil sie in Trier (Rheinland-Pfalz) Obdachlose mit Eisenstangen zusammengeschlagen haben sollen, werden zwei 44 und 45 Jahre alte Brüder festgenommen. Laut Polizei erlitten zwei Männer und eine Frau schwere Kopfverletzungen, Knochenbrüche und Prellungen.

März 2011: Ein 19-Jähriger erschlägt im Streit einen Obdachlosen in Neuss (Nordrhein-Westfalen). Obwohl sich der Täter ein Hakenkreuz auf die Brust tätowieren ließ, geht das Gericht bei der Verurteilung zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe nicht von Ausländerhass als Motiv aus. Er habe sich die Tätowierung erst nach der Tat stechen lassen.

Februar 2011: Auf dem Berliner U-Bahnhof Hansaplatz wird ein Obdachloser von fünf bis sechs unbekannten Jugendlichen krankenhausreif geschlagen und beraubt.

Juli 2008: Weil er zeitweise auf der Straße lebte, schlagen und treten zwei Rechtsextreme in Templin (Brandenburg) so lange auf einen Mann ein, bis er stirbt. Der Bundesgerichtshof verurteilt den zur Tatzeit 19 Jahre alten Mörder zu neun Jahren Jugendstrafe. Sein 22 Jahre alter Komplize muss für neun Jahre und drei Monate in Haft.

November 2000: Junge Männer aus der rechten Szene von Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) prügeln einen Obdachlosen zu Tode. 2001 werden drei Täter wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, drei weitere müssen für sieben bis zehn Jahre ins Gefängnis. -dpa

Quelle: wa.de

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