Notlager in der Alfred-Fischer-Halle

Nach Aufnahmestopp in Dortmund: Hamm nimmt 500 Flüchtlinge auf

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Hamm - Am Montagabend hat die Stadt Hamm Vorbereitungen getroffen, kurzfristig bis zu 500 Asylbewerber in der Alfred-Fischer-Halle unterzubringen. Sie können im Erstaufnahmelager in Dortmund nicht mehr versorgt werden.

In Vorgriff auf die neue Landeseinrichtung für Flüchtlinge kamen im Laufe des Abends bis zu 300 Flüchtlinge nach Hamm. Bis zur Fertigstellung der Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Newcastle Baracks sollen die Menschen in der Alfred-Fischer-Halle untergebracht werden: Die Planungen gehen davon aus, dass die Zentrale Unterbringung des Landes für rund 850 Flüchtlinge Mitte August in Betrieb gehen kann. Angesichts der derzeit hohen Zugangszahlen bedeutet die Zwischenlösung in Hamm eine wichtige kurzfristige Entlastung für das Land Nordrhein-Westfalen.

„In Situationen wie diesen gibt es eine humanitäre Verpflichtung zur Hilfe: Wir können nicht zulassen, dass Menschen auf der Straße schlafen. Deshalb haben wir uns nicht weggeduckt, als es die ersten Signale in Richtung Hamm gab“, sagte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann in einer ersten Stellungnahme: „Wir werden von unserer Seite jede Hilfestellung leisten, die uns möglich ist: Die Verantwortung für die Unterbringung liegt jedoch in den Händen der Bezirksregierung.“

v.l.: Stefan Klöcker (Geschäftsführer Hallenmanagement), Ludger Schmidt (Stellv. Amtsleiter Feuerwehr Hamm), OB Thomas Hunsteger-Petermann, Markus Kreuz (Stadtkämmerer), Wilhelm Tigges (Amtsleiter Feuerwehr Hamm), Thomas Meyer (DRK Hamm), Frank Tholen (DRK Hamm), Jürgen Bresser (DRK Hamm)

Thomas Sommer, der als Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung Arnsberg für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig ist, erklärte: „Wir sind sehr froh darüber, dass die Stadt Hamm in dieser besonderen Situation Unterstützung leistet. Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist vorbildlich.“ Weiter erklärte die Bezirksregierung, dass die Alfred-Fischer-Halle nun mit allem ausgestattet werde, was für die Unterbringung von bis zu 500 Menschen notwendig sei. Wasch- und Duschmöglichkeiten sollen in Containern im Umfeld der Halle geschaffen werden. „Wir können bei der Betreuung der Flüchtlinge auf bewährte Kräfte zurückgreifen, die viel Erfahrung haben“, so Sommer weiter. Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann betonte: „Natürlich ist das auch für uns eine riesige Herausforderung, selbst wenn wir bei der Unterbringung nicht federführend sind: Aber wir haben in Hamm schon ganz andere Herausforderungen gemeistert. Ich bin mir sicher, dass wir das gemeinsam hinbekommen. Mit der Alfred-Fischer-Halle ist bewusst ein Standortgewählt worden, der außerhalb aller Wohngebiete liegt. Deshalb rechne ich nicht mit größeren Problemen.“

Für mögliche Fragen ist bei der Stadt Hamm eine Telefon-Hotline unter der Durchwahl 17-3553 eingerichtet worden, die zu den Bürozeiten im Rathaus besetzt ist. „Die Flüchtlinge, die im Laufe dieses Abends nach Hamm kommen, haben vielfach Gewalt und großes Leid erfahren: Ich wünsche mir, dass wir diese Menschen menschlich willkommen heißen.“

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Quelle: wa.de

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