Drama auf der A44 bei Werl

Doch kein böswilliger Notruf bei der Polizei

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[Update 19.50 Uhr] Werl -  Ein großes Wirrwarr haben am Freitag verschiedene Notrufe bei der Polizei in Soest und in Unna ausgelöst. Bisher hieß es, dass ein Anrufer höchstwahrscheinlich den Notruf missbraucht habe und einen Unfall auf der A 44 gemeldet hat, den es nicht gab. Nun ergaben Nachforschungen der Autobahnpolizei aber, dass der Unfall durchaus existierte. Sprachprobleme haben die Verwirrung wohl ausgelöst.

Der Notruf klang dramatisch: Ein Unfall auf der A 44 mit vier beteiligten Fahrzeugen und einem Krad war gemeldet, eine Person liege auf der Fahrbahn. Für die Werler Rettungskräfte bedeutete das am Freitag um 16.33 Uhr Großeinsatz.

30 Einsatzkräfte der Feuerwehr, sechs Wagen, der Rettungsdienst mit drei Fahrzeugen, Notarzt und ein Hubschrauber wurden alarmiert. Das Problem nur: Sie fanden keinen Unfall.

An der gemeldeten Unfallstelle in Höhe Mawicke war nichts zu finden. Auch nicht im weiteren Streckenverlauf bis Soest, für den die Werler Feuerwehr zuständig ist.

Die Polizei ging daher zunächst davon aus, dass sich ein Anrufer einen sehr bösen Scherz erlaubt hatte. Da die Notrufe immer auf Tonband mitgeschnitten wurden, wurde das Tonband rausgesucht und mehrfach angehört. Dabei wurde festgestellt, das kurz zuvor ein Anruf bei der Polizei im Kreis Unna eingegangen war, der ebenfalls von einem ähnlichen Unfall berichtete.

Bei dem Notruf für die Polizei im Kreis Soest hatte es mehrere sprachliche Probleme gegeben und so kann es sein, meldete ein Polizeisprecher der Dortmunder Autobahnpolizei am Freitagabend, dass hier ein Unfall an eine falsche Stelle gerückt wurde. Es sei noch nicht ganz sicher, aber beide Anrufe stammten wahrscheinlich von der gleichen Person.

Wie kann so etwas geschehen?

Wenn ein Anrufer über sein Mobiltelefon die 110 wählt, landet er nicht automatisch bei der Leitstelle in seinem Kreisgebiet. Dies kommt durch das Mobilfunknetz, das in sogenannte Waben unterteilt ist. Da der Anrufer auf der A 44 von Unna Richtung Soest unterwegs war, kann es sein, dass er zunächst mit der Leitstelle in Unna telefoniert hat und beim zweiten Versuch bei der Leitstelle in Soest landete. Beide Leitstellen gaben den Großeinsatz raus. Die Werler Feuerwehr suchte leider vergebens.

Rettungskräfte wurden selbst Opfer

Zu allem Übel wurden die Helfer selbst noch in einen Unfall verwickelt, nachdem ein völlig unbeteiligtes vorausfahrendes Fahrzeug einen Reifen verlor.

Der krachte gegen den Kommandowagen der Feuerwehr und prallte gegen eine weiteren folgenden Wagen. Es blieb bei Sachschaden, in dem Unfallbereich waren auslaufende Betriebsmittel abzustreuen, bevor es für die Feuerwehr zurück zur Wache ging.

Quelle: wa.de

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