Nach Nizza, München und Ansbach

Mehr Sicherheitskräfte bei Jahrmärkten und in Shoppingcentern

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Düsseldorf - Nach den blutigen Angriffen in Bayern denken die Verantwortlichen in NRW darüber nach, wie sie Einkaufszentren oder große Volksfeste besser schützen können. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert mehr Polizeipräsenz an solchen "weichen Zielen".

Einige große Einkaufszentren oder Jahrmärkte wie die Libori-Kirmes in Paderborn haben ihre Sicherheitsvorkehrungen als Reaktion auf den Amoklauf in München und die Bombenexplosion in Ansbach noch einmal verschärft. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) versicherte, die Behörden seien so gut wie möglich auf Amokläufe und Terroranschläge vorbereitet. 

Der stellvertretende GdP-Landeschef Michael Mertens findet es richtig, in Einkaufszentren, bei Volksfesten und auch an Schulen mehr Polizei zu postieren. "Eine verstärkte sichtbare Präsenz würde maßgeblich dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken, bei einer Lagebewältigung sehr zeitnah reagieren zu können und Täter abzuschrecken", sagte er. 

Innenminister Jäger sieht die Beamten gut für solche Einsätze vorbereitet. Im Moment würden unter anderem Wachpolizisten mit zusätzlichen Maschinenpistolen und Schutzwesten ausgestattet. "Das zeigt: Wir sind konzeptionell und auch materiell darauf vorbereitet, gegen solche Täter vorgehen zu können", sagte er dem WDR. Von schärferen Gesetzen als Reaktion auf die Angriffe in Bayern hält er aber nichts. "Wir müssen immer darauf achten, dass wir nicht irgendwann anfangen, unsere Freiheit so einzuschränken zugunsten der Sicherheit, dass diese Freiheit letztendlich dann irgendwann verloren geht." 

Die großen Jahrmärkte im Land setzen bereits auf mehr Polizisten und Ordner. Die Verunsicherung bei vielen Besuchern der Libori-Kirmes in Paderborn sei deutlich zu spüren, sagte Stadtsprecher Jens Reinhardt. Alle Schausteller und Besucher seien aufgefordert, Verdächtiges zu melden. Auch die am Wochenende zu Ende gegangene Rheinkirmes hatte mit der Angst ihrer Besucher zu kämpfen. Man sei "von unbeschwerter Feierlaune ein Stück weit entfernt" gewesen, sagte Kirmesorganisator Thomas König am Sonntag. 

Auch mehrere Shoppingcenter haben reagiert. Der Center-Betreiber ECE hat in seinen 20 Einkaufszentren in Nordrhein-Westfalen die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Unter anderem sei zusätzliches Wachpersonal engagiert worden, teilte das Center-Management mit. Darüber hinaus stehe man in direktem Kontakt mit den örtlichen Polizeidienststellen. - dpa

Quelle: wa.de

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