Mehr angezeigte Sexualdelikte im Straßenkarneval in NRW

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Köln/Düsseldorf - Deutlich mehr Polizisten waren in diesem Jahr in den rheinischen Karnevalshochburgen im Einsatz. Zugleich wurden mehr sexuelle Übergriffe gemeldet. Die Polizei vermutet eine gestiegene Bereitschaft, Täter anzuzeigen.

Im Straßenkarneval im Rheinland sind in diesem Jahr deutlich mehr sexuelle Übergriffe angezeigt worden als im Vorjahr. Bei der Polizei Köln gingen von Donnerstag bis Dienstagmorgen 55 Anzeigen wegen Sexualdelikten ein - 51 in Köln und vier in Leverkusen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Sie reichten von sexueller Beleidigung bis zur Vergewaltigung. Im Vorjahr gab es in den beiden Städten, für die das Polizeipräsidium Köln zuständig ist, nach Angaben eines Sprechers 21 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe während der Karnevalstage. Auch in Düsseldorf meldeten sich mehr Opfer bei der Polizei.

In Köln lag auch die Zahl der Strafanzeigen insgesamt mit 673 deutlich über der Vorjahreszahl von 456. Ein Polizeisprecher sagte dem epd, man vermute, dass der Anstieg vor allem daran liege, dass deutlich mehr Beamte im Einsatz waren als im Vorjahr und auch die Anzeigebereitschaft gestiegen sei. "Das heißt, dass die Beamten mehr gesehen haben und gleichzeitig mehr Bürger auch kleinere Vorfälle sofort zur Anzeige gebracht haben." Allein am Rosenmontag waren in Köln rund 1800 Polizisten im Einsatz, doppelt so viele wie sonst.

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies zog am Dienstag im WDR-Radio eine positive Bilanz. Er habe die Beamten gebeten, bei erkennbaren Gefahren frühzeitig konsequent einzuschreiten, sagte Mathies. "Und dieses Konzept hat eindeutig gegriffen."

Nach seinen Angaben gab es bis Dienstagmorgen rund hundert Festnahmen, mehr als 430 Menschen seien in Gewahrsam genommen worden. Diese Menschen stammten aus "sehr vielen Nationalitäten". Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker zog eine positive Bilanz. Das "hohe Aufgebot an Sicherheitskräften" habe dazu beitragen, dass so wenig passiert sei, sagte sie im ARD-Morgenmagazin. Das Thema Sicherheit bleibe jedoch auch nach den Karnevalstagen auf der Tagesordnung, fügte die parteilose Politikerin mit Blick auf die frauenfeindlichen Übergriffe in der Silvesternacht hinzu.

In Düsseldorf lag die Zahl der Anzeigen wegen sexueller Übergriffe mit 34 annähernd dreimal so hoch wie im Vorjahr mit 13 Anzeigen. Darunter waren bis Dienstagmorgen 13 Anzeigen wegen sexueller Nötigung und 21 wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage, wie die Polizei Düsseldorf mitteilte. Insgesamt registrierte die Polizei im Straßenkarneval 4096 Einsätze, über 1000 mehr als im Jahr zuvor (3016). Auch durch die temporär installierten Videokameras hätten anbahnende Auseinandersetzungen schnell erkannt und Eskalationen rasch eingedämmt werden können, hieß es. - epd

Quelle: wa.de

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