Machte Jäger-Funktionär in Albersloh illegal Jagd auf Greifvögel?

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Ein Habicht am Handschuh eines Falkners.

Sendenhorst - Ein Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbandes (LJV) NRW wird verdächtigt, illegal Jagd auf geschützte Greifvögel gemacht zu haben. Nach Informationen unserer Zeitung hat der 61-Jährige im Sendenhorster Ortsteil Albersloh einen verbotenen Habichtkorb aufgestellt, der mit einem toten Fasan als Köder versehen war.

Der Habicht ist Vogel des Jahres 2015. Laut Kreispolizeibehörde Warendorf haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord die Beamten am Dienstagabend über die Fangeinrichtung informiert. Polizisten ertappten den 61-jährigen Pächter des Grundstücks, der noch einen toten Fasan in der Hand hielt, den er aus der Greifvogelfalle entfernt hatte. Die Polizei stellte laut Einsatzbericht die Greifvogelfanganlage sicher und leitete ein Strafverfahren gegen den Pächter, der als Vertreter des Regierungsbezirks Münster im LJV-Präsidium sitzt und dort für das Schießwesen zuständig ist, ein. Trotz des schwer wiegenden Tatverdachts soll er seine Unschuld beteuern.

Beim Polizeieinsatz im Jagdrevier des Mannes sollen insgesamt drei illegale Tierfallen, darunter die aktive Lebendfalle für Habichte, entdeckt und sichergestellt worden sein, teilen die Tierschützer mit. Komiteepräsident Heinz Schwarze verurteilt die Tat und fordert den Jagdverband auf, den Albersloher Jäger bis zur Klärung der Vorwürfe von allen Ämtern freizustellen.

Zum konkreten Fall äußerte sich LJV-Sprecher Andreas Schneider nicht, weil die Aufklärung Aufgabe der Ermittlungsbehörden sei. Er verwies aber auf eine Anzeigen-Kampagne des Komitees gegen eine Reihe von Jägern. „Überwiegend sind die Verfahren wegen Nichtigkeit eingestellt worden“, kommentiert er unabhängig von den aktuellen Vorwürfen.

Greifvögel sind streng geschützte Tierart

Greifvögel gehören zu den durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Tierarten. Wer ihnen nachstellt, sie fängt oder tötet, begeht eine Straftat, die mit hohen Geldstrafen und bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden kann. Das Komitee gegen den Vogelmord betreibt nach eigenen Angaben mit finanzieller Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz ein bundesweites Monitoring solcher Fälle und führt regelmäßig Kontrollen in bekannten „Problemrevieren“ durch. Dabei werden Gebiete systematisch beobachtet – etwa mit Drohnen oder bei konkretem Verdacht durch Zeugenbeobachtungen.

Ein Sprecher des NRW-Umweltministeriums bestätigte, dass die Stabsstelle Umweltkriminalität in den Fall einbezogen sei.

Quelle: wa.de

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