Lufthansa: Germanwings-Angehörige sollen Entschädigung beantragen

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Frankfurt/Düsseldorf - Die Lufthansa empfiehlt Angehörigen der Germanwings-Opfer, sich für Entschädigungszahlungen zunächst an den deutschen Staat zu wenden. Dies sei der übliche Weg, erklärte ein Sprecher des Mutterkonzerns Lufthansa am Montag in Frankfurt am Main.

Nach dem Opferentschädigungsgesetz haben die Opfer von Gewalttaten Ansprüche gegen den deutschen Staat, wobei ausdrücklich Ereignisse in deutschen Flugzeugen eingeschlossen sind. Opferanwalt Christof Wellens zeigte sich von der Ankündigung irritiert. "Ich kann diesen Hinweis nicht einordnen", sagte der Anwalt, der nach eigenen Angaben 15 Opfer-Familien mit mehr als 60 Angehörigen zivilrechtlich vertritt.

Er bezeichnete den Hinweis der Lufthansa auf das Opferentschädigungsgesetz als hilflos. Gespräche über zivilrechtliche Ansprüche stehen nach seiner Auskunft ganz am Anfang.

Lufthansa hat den Hinterbliebenen bislang eine Soforthilfe von 50 000 Euro pro Todesopfer gezahlt. Über das weitere Vorgehen würden nun die Betroffenen und ihre Anwälte informiert, sagte der Konzernsprecher. Zusätzlich zu den Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz seien zivilrechtliche Ansprüche und Entschädigungen nach dem nationalen Recht der jeweiligen Opfer möglich.

Bei dem Absturz eines Germanwings-Jets am 24. März, der mutmaßlich vom Co-Piloten herbeigeführt wurde, kamen in den französischen Alpen alle 150 Menschen an Bord ums Leben. - dpa

Quelle: wa.de

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