Herzinfarkt am Steuer

Bustragödie auf Rügen: Schwertheim bestürzt - Retter aus Hamm

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In einem solchen Bus des Reiseveranstalters Schwertheim Touristik ereignete sich das Unglück auf Rügen.

Lippetal/Rügen/Hamm - Der Ausflug sollte ein schöner Abschluss der Fünf-Tagesfahrt nach Rügen werden, entwickelte sich für eine Reisegruppe aus dem Kreis Soest und Umgebung aber zu einem Albtraum: Während der Fahrt erlitt die Busfahrerin einen tödlichen Herzinfarkt. Nur durch das couragierte Eingreifen eines 76-jährigen Passagiers konnte eine noch schlimmere Tragödie verhindert werden.

„Wir hatten Glück im Unglück“, meint Ralf Schwertheim, Geschäftsführer von Schwertheim Touristik aus Lippetal. Das tragische Unglück ereignete sich nach Informationen der Polizei Stralsund am Mittwoch gegen 9.45 Uhr. 

Die Reisenden, die laut Schwertheim unter anderem aus Soest, Lippstadt und Hamm stammen und alle älteren Semesters sind, waren auf Rügen auf dem Weg zur Fähre, die sie auf die Insel Hiddensee bringen sollte – angekommen sind sie dort jedoch nicht.

 „So etwas ist uns noch nie passiert“ 

„So etwas ist uns in unserer gesamten Zeit als Reiseunternehmen noch nicht passiert“, berichtet Schwertheim. „Die 58-jährige Fahrerin war über 20 Jahre bei uns, daher geht uns die ganze Sache natürlich sehr nah.“ 

Dass es nicht zu einem Unfall kam, war offenbar nur der Tatsache zu verdanken, dass ein 76-jähriger Mann aus Hamm die Not-Situation blitzschnell erkannte. Er griff ins Lenkrad, zog die Handbremse und rettete damit sich und den übrigen Insassen möglicherweise das Leben. 

Der Retter prallte nach Polizeiangaben durch den Bremsruck mit dem Kopf gegen die Frontscheibe, die dadurch splitterte. Dabei verletzte sich der 76-Jährige leicht, musste aber später nicht im Krankenhaus behandelt werden. Andere Verkehrsteilnehmer wurden nicht gefährdet, wie eine Sprecherin der Stralsunder Polizei erklärte.

Für die 58-jährige Busfahrerin des Lippetaler Reiseunternehmens „Schwertheim Touristik“ kam jedoch jede Hilfe zu spät. Obwohl sich in der Reisegruppe eine Ärztin befand, die umgehend Reanimationsversuche einleitete, war das Leben der Fahrerin verloren. Als Rettungskräfte und Notarzt am Unglücksort eingetroffen waren, konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Die geschockte Reisegruppe wurde mit einem anderen Bus zu ihrem Quartier zurückgefahren. 

Nach der Tragödie schickte Ralf Schwertheim sofort einen Fahrer los, um die Reisegruppe von Rügen zurück in ihre Heimat zu bringen. Am Donnerstagmorgen war es schließlich so weit. „Das war ohnehin der geplante Abreisetag“, erklärt Schwertheim. 

Während der Rückreise nahm er immer wieder Kontakt zu dem Fahrer des Reisebusses auf, um sich über das Befinden der Passagiere zu informieren. „Sie alle haben das Geschehene in dieser kurzen Zeit verständlicher Weise noch nicht verarbeitet, sind noch immer schockiert“, schildert Schwertheim. 

Die verstorbene Fahrerin wird von einem Bestattungsunternehmen zurück in ihre Heimat gebracht.

Quelle: wa.de

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