Deutlicher Protest gegen Rechten-Aufmarsch in Dortmund

[Update 17.20 Uhr] Dortmund - 930 Neonazis treffen sich in Dortmund. Mehrere tausend Menschen demonstrieren lautstark. Linksautonome attackieren die Polizei.

Kreativer Protest in Dortmund: Riesige aufblasbare Spiegelfolien-Würfel sollten diesmal den Neonazis den Spiegel vorhalten und den Weg versperren. Schüler und andere Kreative hatten unter Federführung des Schauspielhauses mehr als 100 Würfel gebastelt. Die Würfel kamen am Samstag allerdings nur in Sichtweite der rund 930 Neonazis, den Weg versperren durften sie nicht. Für Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß (Grüne) war es trotzdem eine "hervorragende Aktion, um Schüler zu motivieren".

Andernorts warfen "linksautonome Gewalttäter" die Würfel auf die Polizei, als sie versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen. Auch Flaschen flogen. Drei Beamte wurden verletzt. Auch Reizgas kam zum Einsatz. An mehreren Stellen lieferten sich die Autonomen ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei. Immer wieder setzten Beamte linke Gruppen fest, die versuchten, zu den Rechten zu kommen. Auf 2500 schätzte die Polizei die Zahl der Linken insgesamt.

Angefangen hatte es schon am Vormittag am Essener Hauptbahnhof. Rund 300 Linksautonome verließen plötzlich einen Regionalexpress und stiegen in eine S-Bahn, die sie zum Versammlungsort der Rechten brachte. Am Bahnhof Dortmund-Dorstfeld stiegen sie dann aus und besetzten die Bahnsteige. Aus Sicherheitsgründen wurde der Nahverkehr auf den beiden Gleisen für rund eine Stunde eingestellt. Dann hatten Polizisten die Demonstranten abgeführt.

Die Polizei ließ den ganzen Tag lang nichts anbrennen. 30 Hundertschaften zu 123 Mann waren im Einsatz. Ihren nordrhein-westfälischen Kollegen halfen Bereitschaftspolizisten etwa aus Thüringen, Sachsen, Berlin, Niedersachsen, Hessen oder Bayern, zusammen knapp 3700 Männer und Frauen. Hinzu kamen noch rund 1000 Bundespolizisten, die ebenfalls aus mehreren Bundesländern nach Dortmund beordert worden waren. Hubschrauber beobachteten das Geschehen aus der Luft. Mindestens acht Wasserwerfer standen bereit, um bei Ausschreitungen dazwischen zu gehen.

Am bürgerlichen Protestmarsch beteiligten sich rund 3000 Menschen. Mit Fahnen und Trillerpfeifen zogen sie von der Innenstadt nach Dorstfeld. Veranstalter war der Arbeitskreises Dortmund gegen Rechtsextremismus. In ihm sind unter anderem die Stadt, die Kirchen und Gewerkschaften vertreten. "Wir sind eine weltoffene und solidarische Stadt. Die Braunen gehören auf den Müllhaufen der Geschichte", sagte Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) bei einer Kundgebung.

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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