"Langweilig": Kölns OB will kein Düsseldorf-Bashing mehr

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Henriette Reker

Köln/Düsseldorf - Es gibt unzählige Frotzeleien über die Stadtrivalen von Köln und Düsseldorf - nicht nur im Karneval. Wer hat das bessere Bier, den höheren Fernsehturm, die siegreichen Kicker oder den erfolgreicheren Eishockey-Club? Kölns OB Henriette Reker findet's eher langweilig.

Kölsch oder Alt, DEG Metrostars oder Haie, Dom oder Schlossturm, Helau oder Alaaf - die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf hat viele Facetten. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker findet das weniger lustig, wie sie zugibt. Ginge es nach ihr, könnten Köln und Düsseldorf ihre traditionelle Rivalität begraben. "Dieses gegenseitige Bashing wird doch langsam langweilig", sagte die parteilose Politikerin in einem Interview der Zeitung "Express".

Mehr noch: Beide Städte könnten gemeinsam auch mehr wirtschaftliche Vorteile erzielen. Denn Köln, Düsseldorf und Bonn arbeiten schon seit Jahren in der "Metropolregion Rheinland" zusammen. Die Kooperation könne aber noch intensiver werden, sagte Rekers Sprecher Gregor Timmer am Mittwoch. Denkbar sei eine engere Abstimmung zum Beispiel bei Infrastruktur- und Verkehrsprojekten, bei der Flüchtlingsunterbringung und in der Kultur.

Rheinische Rivalität ist legendär

Die rheinische Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf ist legendär. Zwar geht es auch ums Geld, wenn Köln und Düsseldorf bei Messen, Flughäfen, bei der Ansiedlung von neuen Unternehmen und auch als Kulturmetropolen konkurrieren. "Aber im Großen und Ganzen ist es vor allem ein sprachlicher Wettstreit, der teilweise sehr, sehr witzig sein kann", sagt die Leiterin des Düsseldorfer Schifffahrtsmuseums, Annette Fimpeler, die einen Sammelband zur Rivalität der beiden Städte herausgegeben hat.

Entstanden sei die meist sportive Konkurrenz durch den Aufstieg Düsseldorfs Mitte des 19. Jahrhunderts. "Es ist außergewöhnlich, dass sich zwei Wirtschaftsstandorte in solch großer Nähe entwickeln, nachdem es zuvor über Jahrhunderte keine Schnittmengen gab", sagt Fimpeler.

Quelle: wa.de

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