Kripo-Beamte kritisieren Innenminister: "Es fehlen Tausende Beamte"

+
Kripo-Beamte kritisieren Innenminister: "Es fehlen Tausende Beamte"

Düsseldorf - Die nordrhein-westfälischen Kriminalbeamten haben die Sicherheitspolitik der Landesregierung scharf kritisiert.

Den Bürgern angesichts der "dramatischen Kriminalitätsentwicklung" zu vermitteln, sie sollten auf sich selbst aufpassen, sei eine Zumutung, erklärte der Landesverband des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) am Donnerstag. Er reagierte damit auf die zunehmende Einbruchszahl geprägte Kriminalstatistik. 

Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte den Bürgern geraten, ihre Wohnungen besser zu schützen. Laut Statistik ist im vergangenen Jahr nur etwa jeder siebte Wohnungseinbruch oder versuchte Einbruch in Nordrhein-Westfalen aufgeklärt worden. 

Und die Polizei bekommt immer mehr zu tun: Denn die Zahl der Einbrüche ist allein im vorigen Jahr drastisch um 18,1 Prozent auf insgesamt 62 262 Fälle gestiegen. 

"Die Kripo in NRW ist nicht mehr einverstanden mit dem Kurs des Innenministers und fühlt sich nachhaltig im Stich gelassen", kritisierte der BDK. Der negative Trend werde sich fortsetzen. Denn sie selbst könnten nicht mehr leisten als jetzt, teilten die Kriminalbeamten mit.

"Die Ressourcen reichen hinten und vorne nicht mehr, und das ist der wahre Grund dafür, warum wir mit der Kriminalitätsentwicklung nicht mehr Schritt halten können", erklärte der BDK. "Die Politik lässt die Bevölkerung, die für ihre Sicherheit viele Steuern zahlt, im Stich." In NRW fehlten tausende Kriminalbeamte", kritisierte der BDK-Landesvorsitzende Sebastian Fiedler. 

Bei den Einbrechern - nicht nur in Deutschland - gebe es einen neuen Tätertyp: "Wir haben es mit Profis zu tun: gut organisierte Banden, die aus Südosteuropa kommen, hoch spezialisiert, die heute in Köln sind und morgen in Amsterdam - die sind nur schwer zu fassen." 

Jäger betonte aber gleichzeitig, dass Mord und Totschlag, andere Gewalttaten, Sexualdelikte und die Jugendkriminalität zurückgegangen seien: "Insgesamt leben wir in einem sehr, sehr sicheren Land", sagte der NRW-Innenminister. - dpa

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare