Kanzlerin bekommt Christbaum aus NRW - Proteste erfolglos

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Diese Rotfichte wird als Weihnachtsbaum vor dem Kanzleramt in Berlin stehen. Klaus Weinem, Revierfürster bei den Gräflich von Spee'schen Forstbertieben, zeigt das gute Stück.

Düsseldorf - Majestätische Größe, gerader Wuchs, feines Nadelkleid: Eine Rotfichte aus Düsseldorf erfüllt die Ansprüche an einen Weihnachtsbaum fürs Berliner Kanzleramt. Nicht jeden freut's.

Dieser Baum steht sehr viel länger in der Erde als Angela Merkel im Kanzleramt. Doch genau vor dem Amtssitz der Regierungschefin soll die Rotfichte aus einem Düsseldorfer Wald ihren letzten Auftritt haben - als Weihnachtsbaum. In 27 Jahren ist sie zu einem imposanten Riesen herangewachsen. Schon bald wird sie gefällt und nach Berlin verfrachtet.

Protest dagegen hat es auch schon gegeben: Baumschützer legten Merkel nahe, einen Weihnachtsbaum mit Wurzel einzupflanzen, statt einen Abgesägten aufzustellen. Doch ein Kanzleramtsmitarbeiter lehnte in Merkels Auftrag freundlich ab: Der Baum stamme aus nachhaltig bewirtschafteten deutschen Wäldern und werde nach der Weihnachtszeit "der Verwertung zugeführt", heißt es in einem Schreiben aus Berlin, über das auch die "Bild"-Zeitung berichtet hat.

Bislang steht die prächtige Fichte noch in einer kleinen Baumgruppe im Norden von Düsseldorf. Als die Anfrage des Waldbauernverbands NRW nach einem geeigneten Exemplar kam, habe sich Revierförster Klaus Weinem in den Wäldern auf die Suche gemacht, heißt es bei den Gräflich von Spee'schen Forstbetrieben.

"Wir empfinden es als Ehre, dass unser Baum die Kanzlerin zu Weihnachten erfreut." Die Rotfichte habe mit mehr als zwölf Meter die perfekte Größe und Proportion, ein besonders dichtes Nadelkleid und einen schönen geraden Wuchs.

Weinem stellte zunächst sicher, dass keine Vögel darin nisten und das Astwerk tadellos ist - dann war sie erwählt. Der Kindergarten aus dem nahen Ortsteil Angermund hat sie bei einem Waldausflug verabschiedet.

Wenn die Motorsäge ihr Werk getan hat, wird der Baum auf einen Tieflader gehievt, mit einer Abdeckplane vor Kälte und Fahrtwind geschützt und auf die Reise nach Berlin geschickt. Dort muss er noch vorsichtig durch einen Torbogen an seinen Standort im Ehrenhof des Kanzleramts manövriert werden.

Das alles erfordere eine genaue Logistik, sagt Förster Weinem. "Falls irgendetwas schief gehen sollte, halten wir einen Ersatzbaum vor, der ebenfalls schon ausgesucht ist."

Jedes Jahr stiftet ein anderes Bundesland den Christbaum für die Kanzlerin. 2014 ließ eine 15 Meter hohe Küstentanne von der Mecklenburgischen Seenplatte die Machtzentrale in Berlin festlich erstrahlen. NRW lieferte zuletzt vor 13 Jahren einen Baum. - dpa

Quelle: wa.de

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