"Jekits"-Stiftung sucht nach neuen Geldquellen

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Kinder probieren in Gelsenkirchen ihre neue Geige aus.

Düsseldorf - Der hohe Anspruch ist nicht umsetzbar: „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ (Jekits) lautet das Nachfolgeprogramm von „Jedem Kind ein Instrument“ (Jeki). Doch tatsächlich können bis 2019 nur 1000 der etwa 3000 NRW-Grundschulen ins Förderprogramm integriert werden.

Der Schwerpunkt des unterrichtsergänzenden Angebotes bleibt in diesen vier Jahren bei Instrumenten (an 700 Schulen), gefolgt von Singen (200) und Tanzen. Mehr als ein Drittel gibt der Finanzierungstopf nicht her, in den die NRW-Landesregierung jährlich 10,7 Millionen Euro einspeist.

„Jekits“-Stiftungsvertreterin Birgit Walter, die das Projekt begleitet, zog in der jüngsten Kulturausschusssitzung des Landtages eine positive Bilanz der Neuausrichtung des vorher auf das Ruhrgebiet begrenzten Angebots.

Das startet nicht mehr mit dem Erlernen von Grundkenntnissen des Instrumentalspiels, sondern setzt bei der zweijährigen „Ausbildung“ auf das gemeinsame Musizieren und Tanzen als Grundlage, ehe danach speziellere Kenntnisse vermittelt werden.

Bei Jekits unterrichten je ein Mitarbeiter der Grundschule und des Kooperationspartners (häufig Musikschullehrer) die Jungen und Mädchen während der üblichen Schulzeit „im Tandem“. Dies Vorgehen habe sich bewährt, weil möglichst vielen Kindern ab der zweiten Klasse der Zugang zu kultureller Bildung ermöglicht werden soll.

Der Unterricht wurde von vier auf zwei Grundschuljahre reduziert, um mit der selben Förderung mehr Teilnehmer einbeziehen zu können. Welche Schwerpunkte bei der Vermittlung von musischen und tänzerischen Fähigkeiten gesetzt werden, wird vor Ort entschieden.

Alle Schulen mussten sich für das neue Jekits-Programm bewerben, wobei die Jeki-Teilnehmer Bestandsschutz genossen. Über die Vergabe der Plätze entscheidet eine unabhängige Jury, die bisher 373 „neue“ von insgesamt 1000 Plätzen vergeben hat.

Damit die Musikschullehrer den neuen Anforderungen gerecht werden, gibt es Multiplikatoren-Schulungen in der Jekits-Akademie. Um künftig auch Flüchtlings-Kinder einbeziehen zu können, will Birgit Walter neue Geldquellen erschließen. Gelinge das nicht, müsse das Ziel der 1000 beteiligten Schulen aufgegeben werden.

Quelle: wa.de

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