2200 Polizisten seit 6 und bis 22 Uhr im Einsatz

Es blitzt selten beim Blitzmarathon - Fahrer beachten Tempolimits

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[Update, 12 Uhr] Düsseldorf - Beamten nicht: Die meisten Autofahrer wussten von den verschärften Kontrollen und hielten sich an die Tempolimits.

Tausende Polizisten haben am Donnerstag beim Blitzmarathon auf vielen Straßen in Deutschland Raser aus dem Verkehr gezogen. In Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen und weiteren Bundesländern wollen die Einsatzkräfte bis in den späten Abend hinein verstärkt die Geschwindigkeit von Auto- und Lastwagenfahrern kontrollieren. In Nordrhein-Westfalen sind 2200 Beamte für den Blitzmarathon eingesetzt. An welchen Stellen die Beamten blitzen, wurde im Vorfeld veröffentlicht - nur wann genau, das wird nicht verraten.

"Man muss heute immer und überall mit uns rechnen", sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. Das tun die potenziellen Raser auch: Die Autofahrer sind am Donnerstag laut Polizei deutlich langsamer unterwegs. "Die Lage ist wie jedes Jahr sehr ruhig. Die meisten Leute wissen vom Blitzmarathon und wenige fahren zu schnell", sagt Manfred Schröder, Leiter der Verkehrsinspektion der Polizei Essen.

Dieser Trend hat sich bereits in den Vorjahren angedeutet: Von den kontrollierten Fahrzeugen waren beim Blitzmarathon 2015 rund drei Prozent zu schnell. "An anderen Tagen liegt die Quote eher bei fünf bis sechs Prozent", sagte Schröder.

Für die Polizei bedeutet das aber in erster Linie: Am Tag des Blitzmarathons ist es etwas sicherer auf den Straßen. "Ich musste im Polizeidienst bereits viele Todesmeldungen überbringen. Spaß macht das nicht", sagt Schröder. Nach Angaben aus dem NRW-Innenministerium ist jeder dritte Verkehrstote ein Opfer von überhöhter Geschwindigkeit.

Für die Polizei bedeutet das aber in erster Linie: Am Tag des Blitzmarathons ist es etwas sicherer auf den Straßen. "Ich musste im Polizeidienst bereits viele Todesmeldungen überbringen. Spaß macht das nicht", sagt Schröder. Nach Angaben aus dem NRW-Innenministerium ist jeder dritte Verkehrstote ein Opfer von überhöhter Geschwindigkeit. - dpa

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- Werne/Bergkamen

- Kreis Soest

- Märkischer Kreis

Fragen und Antworten zum Blitzmarathon

Wer hat den Blitzmarathon erfunden? 

Die Idee entstand in Nordrhein-Westfalen, als dort 2010 die Zahl der Verkehrstoten stieg. Im Jahr 2012 veranstaltete die Polizei daher das erste Mal einen Blitzmarathon, in diesem Jahr findet die Aktion in NRW zum neunten Mal statt. Im Oktober 2013 gab es den ersten bundesweiten Blitzmarathon. International beteiligen sich in diesem Jahr mehr als 20 europäische Staaten. 

Wann wird geblitzt? 

Anders als vor einem Jahr dauert die Aktion diesmal keine 24 Stunden, sondern ist auf die Zeit von 6.00 und 22.00 Uhr begrenzt. In dieser Phase sind die Messungen einer Studie der RWTH Aachen zufolge am wirksamsten. 

Wie viele Raser wurden in den vergangenen Jahren erwischt? 

2014 ertappte die Polizei beim Blitzmarathon bundesweit 93 000 Temposünder, 2015 waren es rund 91 000. Damit waren im vergangenen Jahr knapp drei Prozent der kontrollierten 3,2 Millionen Fahrzeuge zu schnell. Weil 2016 mehrere Bundesländer nicht teilnehmen, werden die Zahlen aber diesmal wohl niedriger sein. 

Wieso sind einige Bundesländer ausgestiegen? 

In Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und dem Saarland wird in diesem Jahr nicht im großen Stil geblitzt. In Niedersachsen wird der Besuch von US-Präsident Barack Obama am kommenden Sonntag als Grund angegeben. Zudem steht Innenminister Boris Pistorius (SPD) den verstärkten Geschwindigkeitskontrollen der Polizei grundsätzlich skeptisch gegenüber. In Rheinland-Pfalz wurde die Blitzaktion im Vergleich mit anderen Themen wie der Terrorgefahr als weniger wichtig eingestuft. Auch die Gewerkschaft der Polizei NRW hält die Einschränkung der personalintensiven Aktion für richtig. Im Saarland wird die Absage mit einer Verdi-Demonstration mit 3000 Teilnehmern am Donnerstag begründet. 

Was spricht für den Blitzmarathon?

"Jeder dritte Verkehrstote ist ein Opfer von überhöhter Geschwindigkeit", sagt ein Sprecher des NRW-Innenministeriums. Er verweist auf erste Erfolge: 2011 verzeichnete das Land NRW noch 235 Verkehrstote durch überhöhte Geschwindigkeit, 2015 waren es nur noch 159. Laut einer Studie der EU-Kommission ist im Jahr 2015 die Zahl der Verkehrstoten in der Europäischen Union allerdings seit 14 Jahren erstmals wieder gestiegen. 

Wie ergeht es eigentlich den Polizeibeamten vor Ort? 

"Ich persönlich führe gerne Geschwindigkeitskontrollen durch und halte das auch für notwendig", sagt Henry Haack, der zusammen mit seiner Kollegin Ann-Kathrin Richter gerade ein Buch über den Polizeialltag veröffentlicht hat. Wenn ein Vater vor der Schule des eigenen Kindes aber 60 statt den erlaubten 30 Stundenkilometern auf dem Tacho hat, fehlten ihm schlicht die Worte. - dpa

Quelle: wa.de

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