Griechenland-Abweichler aus Westfalen wettern gegen Kauder

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Berlin/NRW - Volker Kauder, CDU-Fraktionschef im Bundestag, bekommt heftigen Gegenwind aus eigenen Reihen. Kauder hatte am Wochenende seinen 60 Fraktionskollegen, die kürzlich gegen weitere Griechenland-Verhandlungen stimmten, mehr oder weniger offen mit Konsequenzen gedroht. Einige dieser CDU-Abgeordneten wehren sich – darunter Parlamentarier aus Westfalen.

Volker Kauder

Kauder hatte wörtlich gesagt: „Diejenigen, die mit Nein gestimmt haben, können nicht in Ausschüssen bleiben, in denen es darauf ankommt, die Mehrheit zu behalten: etwa im Haushalts- oder Europaausschuss. Die Fraktion entsendet die Kollegen in Ausschüsse, damit sie dort die Position der Fraktion vertreten.“

Bernhard Schulte-Drüggelte

Bernhard Schulte-Drüggelte aus dem Kreis Soest, Mitglied im Haushaltsausschuss, will sich davon ausdrücklich „nicht unter Druck setzen lassen“. „Ich bin meinem Gewissen verpflichtet“, sagte er unserer Zeitung. „Wenn ich einen Vorgesetzten habe, dann sind das die Wähler“. Er habe in der Griechenland-Frage „wohlüberlegt“ mit Nein gestimmt, sagte Schulte-Drüggelte weiter. Er sei selber in Griechenland gewesen, habe dort mit den zuständigen Ministern gesprochen. In der Fraktion gebe es erheblichen Unmut über Kauder. Viele Kollegen seien über den Stil des Fraktionschefs alles andere als amüsiert.

Hubert Hüppe

Auch Hubert Hüppe aus Werne, der ebenfalls gegen die Griechenland-Vorlage gestimmt hatte, bleibt bei seiner Linie. Kauders Vorstoß „beeindruckt mich nicht“. Er sei nicht gewählt worden, um „alles einfach abzunicken“, so Hüppe.

Matthias Heider

Bei der Griechenland-Abstimmung hatten noch weitere CDU-Mitglieder aus Westfalen gegen die Parteilinie gestimmt, darunter Matthias Heider (Märkischer Kreis, Stellvertretendes Mitglied im Europa-Ausschuss) und Cajus Caesar (Lippe, Mitglied des Haushaltsausschusses).

Unterstützung finden sie bei weiteren CDU-Kollegen. Andreas Mattfeld (Mitglied Haushaltsausschuss) sagte: „Es kann nicht sein, dass man nur noch Stimmvieh ist.“ Christian von Stetten (Mitglied des Fraktionsvorstands) meint, Kauders Äußerungen seien eine „Drohung, die ich nicht nachvollziehen kann und die mich auch nicht beeindruckt“. Fraktionskollegin Veronika Bellmann: „Wenn immer alle Nein-Sager ,entmachtet’ werden, hat die Union bald ein Besetzungsproblem.“

Quelle: wa.de

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