Getreideernte fällt besser aus als erwartet - Milchpreis im Keller

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Symbolfoto

Düsseldorf - Die Getreideernte in NRW kann sich allen Unkenrufen zum Trotz im bundesweiten Vergleich sehen lassen. Sorge bereiten dem Agrarminister die niedrigen Milchpreise und die steigenden Preise für Agrarflächen.

Die Getreideernte ist in Nordrhein-Westfalen deutlich besser ausgefallen als erwartet. Bei den wichtigsten Arten Wintergerste, Weizen und Roggen seien in diesem Jahr überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt worden, berichtete NRW-Agrarminister Johannes Remmel (Grüne) am Dienstag in Düsseldorf.

Es gebe allerdings starke regionale Unterschiede. Bundesweit stehe NRW mit seinen Ernteerträgen auf Platz zwei und besser da als der negative Bundestrend.

Preise könnten Tod der bäuerlichen Familienbetriebe sein

Sorge bereiten Remmel die steigenden Pachtpreise für Acker- und Weideland sowie die niedrigen Milchpreise. Ein Auszahlungsniveau von 25 bis 28 Cent pro Kilogramm Rohmilch sei langfristig "der Tod der bäuerlichen Familienbetriebe".

Die Preise lägen inzwischen deutlich unter dem Preisniveau vor 20 Jahren und seien "ein Skandal", sagte Remmel. Er empfinde die Marktpolitik der großen Handelsketten als "unlauteren Wettbewerb", sagte Remmel und sprach sich für Mindestpreise analog zum Mindestlohn aus.

Unzumutbar für Tiere, Umwelt und Bauern

Unter dem derzeitigen Preisniveau litten Tiere, Umwelt und Bauern. Die Pachtpreise für Agrarland lägen im Regierungsbezirk Münster inzwischen bei 540 Euro pro Hektar und 451 Euro in Düsseldorf, sagte Remmel weiter.

Seit 1996 seien 110 400 Hektar durch den täglichen Flächenfraß für Siedlungen und Verkehr verloren gegangen. In der Land- und Ernährungswirtschaft in NRW arbeiten nach Angaben der Landesregierung rund 400 000 Menschen in 34 000 landwirtschaftlichen Betrieben. An der Förderung des Ökolandbaus nähmen ab kommendem Jahr voraussichtlich 1570 Betriebe teil - eine Steigerung der Öko-Betriebe um fünf Prozent. - lnw

Quelle: wa.de

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