Land muss Prüfung von durchgefallenen Kommissaren anerkennen

Gelsenkirchen - Später Erfolg für zwei durchgefallene Kommissaranwärter: Beim 3000-Meter-Lauf waren sie zu langsam. Doch ein Gericht entscheidet jetzt: Das war schnell genug.

Das Land NRW muss die Schlussprüfungen von zwei angeblich zu langsamen Kommissaranwärtern nachträglich als bestanden bewerten. Sie hatten in ihrer Abschlussprüfung die vorgegebene Zeit für einen 3000-Meter-Lauf nicht geschafft. Dies hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen am Mittwoch entschieden, wie ein Sprecher mitteilte. Wird das Urteil rechtskräftig, muss das Land die beiden doch noch einstellen.

Die beiden 26 und 27 Jahre alten Männer aus Bottrop und Gladbeck hatten 2011 an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen ein Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst begonnen. Beim Sportteil der Abschlussprüfung 2014 liefen sie nicht schnell genug und fielen daraufhin durch. Alle anderen Prüfungen hatten sie bestanden. Ihrer Klage gegen das Prüfungsamt gab das Gericht nun statt. Unter anderem sei die für die Laufstrecke festgelegte Höchstzeit sachlich nicht gerechtfertigt, weil nicht wissenschaftlich belegt, urteilte das Verwaltungsgericht. Die Prüfung muss nun nachträglich als bestanden gewertet werden.

Die beiden hatten damals die Strecke in 13 Minuten schaffen müssen. Sie brauchten jedoch 2 beziehungsweise 35 Sekunden länger. Diese Regelung gilt laut Gericht inzwischen nicht mehr. Ab dem Ausbildungsbeginn 2012 seien in 12 Minuten mindestens 2600 Meter zu absolvieren. Dies hätten die beiden mit ihrer damaligen Leistung auch geschafft, sagte der Gerichtssprecher. Das sei durch registrierte Zwischenzeiten noch nachweisbar gewesen.

Das Düsseldorfer Innenministerium wollte die Entscheidung nicht kommentieren. Man wolle zunächst die Urteilsbegründung abwarten, sagte ein Sprecher. Laut Gericht kann das Land einen Antrag auf Zulassung der Berufung zum Oberverwaltungsgericht stellen. - dpa

Quelle: wa.de

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