Geldautomat Nr. 41 gesprengt - Serie reißt nicht ab

Meerbusch - Sie kommen nachts mit Gasflaschen, Schläuchen und Klebeband: In Nordrhein-Westfalen explodieren inzwischen fast jede Nacht Geldautomaten. Daran hat auch eine Sonderkommission bislang nichts ändern können.

Die Serie von gesprengten Geldautomaten wird in Nordrhein-Westfalen immer länger. In der Nacht zum Donnerstag explodierte ein Automat in Meerbusch bei Düsseldorf, berichtete die Polizei in Neuss. Drei Maskierte flüchteten mit einer nicht genannten Summe Bargeld in einem dunklen Audi. Die Fahndung mit einem Polizei-Hubschrauber brachte keinen Erfolg. An der Bankfiliale entstand erheblicher Schaden.

Nach Angaben des Landeskriminalamts handelt es sich um den 41. Fall in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr. Die Ermittler gehen von mehreren Banden aus, die sich auf diese Methode spezialisiert haben. In der gleichen Nacht machten sich 56 Kilometer entfernt auch in Bochum Gangster an einem Geldautomaten zu schaffen. Dort blieb es aber beim Versuch.

Ein blauer Sportwagen raste mit hoher Geschwindigkeit und quietschenden Reifen davon, bevor die Polizei eintraf. Auf der Straße fanden die Polizisten zwei Gasflaschen mit Schläuchen. An dem dortigen Automaten wurden Schäden festgestellt. Die Suche nach dem Sportwagen, für die ebenfalls ein Polizeihubschrauber aufstieg, verlief genauso erfolglos wie in Meerbusch.

Die meisten Taten (12) wurden bislang im Oktober registriert, im Juli waren es neun. Die Ermittler vermuten, dass die Banden von den Niederlanden aus agieren. Auch dort und in Belgien hatte es solche Serien gegeben, die aber abebbten, nachdem die dortigen Banken das Geld in ihren Automaten mit Farbkartuschen präpariert hatten, berichtete eine LKA-Sprecherin.

Dies empfiehlt die Polizei inzwischen auch den Banken und Sparkassen in NRW. Einige Geldhäuser am Niederrhein sind dazu übergegangen, nachts ihre Vorräume mit dem Automaten abzuschließen.

Bislang wurde niemand durch die Explosionen verletzt. Meist knallt es nachts zwischen 2 und 5 Uhr. Von den 41 Taten blieb es in elf Fällen beim Versuch. Acht Taten konnten aufgeklärt werden. Dabei ging es um eine Serie von Geldautomaten in Baumärkten.

Im jüngsten Fall der Explosion in Meerbusch schließt die Polizei nicht aus, dass es sich um jene Gangster handelt, die der Polizei Anfang September eine spektakuläre Verfolgungsjagd geliefert hat. Die Gangster waren in einer hochmotorisierten dunklen Limousine einem Aufgebot von mindestens 21 Streifenwagen über sieben Autobahnen entkommen. Auch einen Hubschrauber hängten die Gangster ab.

Sie rasten damals mit Tempo 250 und schneller davon, fanden sogar noch Zeit, ihren Wagen während der Verfolgung aus Kanistern aufzutanken. Sie sollen mit Kalaschnikows schwer bewaffnet gewesen sein. Ihnen werden auch Blitzeinbrüche bei Juwelieren und in Elektronikgeschäfte zugerechnet. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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