Fragenkatalog soll Noten-Affäre um Laschet durchleuchten

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Armin Laschet

Düsseldorf - Während der parlamentarischen Sommerpause ist kein Gras über die Noten-Affäre von NRW-CDU- und Landtagsfraktionschef Armin Laschet gewachsen.

Inzwischen haben Mitglieder des Wissenschaftsausschusses einen 64 Fragen umfassenden Katalog erarbeitet, den das Wissenschaftsministerium an die RWTH Aachen weitergeleitet hat. Es gibt zwar noch keine Antworten, aber die aufgezeigten Themen beleuchten neue Aspekte der peinlichen Posse.

Der vierseitige Prüfungsauftrag, der unserer Zeitung vorliegt, beleuchtet insbesondere die Rolle der Co-Korrektorin. „Ist der RWTH bekannt gewesen, dass sie bezahlte Mitarbeiterin des CDU-Politikers Armin Laschet war?“, lautet eine der ins Detail gehenden Fragen, die überwiegend von Landtagsabgeordneten der SPD und den Grünen gestellt wurden.

Auf die Rolle seiner Mitarbeiterin war der NRW-CDU-Chef bisher nur am Rande eingegangen. Gemeinsam mit ihr soll Laschet die Noten für Klausuren vergeben haben, die später auf dem Postweg verschwunden sein sollen.

Wegen der Unregelmäßigkeiten hatte der Landtags-Oppositionschef seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter an der Technischen Hochschule (RWTH) Aachen aufgegeben. Nach dem Verschwinden der schriftlichen Arbeiten habe er anhand von Aufzeichnungen Zensuren vergeben, aber auch gute Noten an Studenten vergeben, die sich dem Leistungstest gar nicht gestellt hatten.

Zunächst gab Laschet an, diese Bewertungs-Unterlagen noch zu besitzen, ehe er einräumte, dass er sie doch weggeworfen habe. Auch in diesem Punkt haken die Parlamentarier nach und wollen etwa wissen, ob es Notizen der Co-Korrektorin gibt.

Laschet sieht sich hingegen durch eine Stellungnahme der RWTH Aachen entlastet: Der Mailverkehr mit der Hochschule belege, dass das Vorgehen im Januar mit der Universität abgestimmt worden sei. Er wertet die Affäre als Intrige. In seiner Partei gab es bisher keine ernstzunehmenden Stimmen, die Konsequenzen fordern. Kritik wird nur am mangelhaften Krisenmanagement geübt, das eigentliche Ursache für einen Glaubwürdigkeitsverlust des Landeschefs sei.

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) hatte als Vertreterin der RWTH-Aufsichtsbehörde dem CDU-Mann bescheinigt, die Lehramtstätigkeit nicht mit genügender Sorgfalt ausgeübt und eine Pflichtverletzung begangen zu haben. Laschet selbst hatte sofort Mängel eingeräumt und die Fehler bedauert. Zwischenzeitlich haben die Studenten die Klausuren erneut geschrieben.

Wissenschaftsministeriumssprecher Hermann Lamberty berichtet, dass die RWTH bis Ferienende die Fragen der Parlamentarier beantworten soll, die dann vor der Wissenschafts-Ausschusssitzung am 17. August veröffentlicht werden.

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Quelle: wa.de

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