GdP fordert schnellere Aufrüstung der Einsatzkräfte

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Die Gewerkschaft der Polizei fordert deshalb eine schnellere Aufrüstung der Einsatzkräfte.

Düsseldorf - Terroristen schießen in Paris mit Kalaschnikows um sich. Die Gewerkschaft der Polizei fordert deshalb eine schnellere Aufrüstung der Einsatzkräfte. Ausschreibungen sorgten für lange Wartezeiten.

Nach den Terroranschlägen von Paris mit Kriegswaffen fordert die Gewerkschaft der Polizei eine schnellere Aufrüstung der Spezialeinsatzkräfte in Deutschland. "Wir müssen uns auf das neue Täterprofil einstellen. Die sind brutal, die erschießen alles, was denen in den Weg kommt", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Deshalb benötigten alle Spezialeinsatzkräfte Schutzwesten der höchsten Sicherheitsklasse 4, die einem Beschuss mit einer Kalaschnikow standhielten. Aber auch für die Einsatzhundertschaften der Landespolizeien, die schnell an den Tatorten seien, müssten rasch solche Schutzwesten her.

Als Hemmschuh sieht die GdP langwierige Ausschreibungen, die es zu beseitigen gelte. "Wenn eine Firma liefern kann, kriegt sie den Zuschlag. Europaweite Ausschreibungen kann man bei Autos machen. Hier geht es aber um das Leben und die Gesundheit meiner Kolleginnen und Kollegen. Wichtig ist, dass wir den Schutz haben", unterstrich Plickert. Die Anschaffung dauere bei der Sicherheitssausrüstung derzeit viel zu lange.

Als Beispiel nannte Plickert NRW. Nach dem Terroranschlag gegen die Pariser Zeitschrift "Charlie Hebdo" im Januar habe es im Land grünes Licht für neue Schutzwesten für die SEK's geben, die Auslieferung werde nun im Dezember erwartet. Die Problemlage dürfte in anderen Bundesländern identisch sein.

Jeder der rund 200 bis 250 Beamten der Spezialeinsatzkräfte in NRW soll nach den Gewerkschaftsangaben eine Schutzweste der höchsten Sicherheitsklasse bekommen. An den landesweit sechs SEK-Standorten seien derzeit lediglich insgesamt 40 solcher Westen vorhanden. Die insgesamt 2200 Beamte der Bereitschaftspolizei in 15 Behörden in NRW hätten überhaupt keine Schutzwesten der Klasse 4, die so einem Angriff standhielten. Dabei seien diese Beamte ebenso gefährdet: "Die sind teilweise schneller vor Ort als die Spezialkräfte". - lnw

Quelle: wa.de

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