Flugzeug-Unglück mit fünf Toten / Abschlussbericht der BFU liegt vor

Absturz 2013 bei Wickede durch Treibstoffmangel und Pilotenfehler

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Der Flugzeugabsturz am 27. August 2013 in den Wickeder Ruhrwiesen ist aufgearbeitet.

Wickede - Mehr als drei Jahre nach dem tragischen Flugunfall auf den Ruhrwiesen bei Wickede hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung ihren Abschlussbericht veröffentlicht und dabei die früheren Annahmen bestätigt: Unglücksursache waren Treibstoffmangel und falsche Entscheidungen des Piloten.

Bei dem Unglück hatten der Pilot und vier Fluggäste ihr Leben verloren, drei Passagiere waren schwer verletzt worden. Der Bericht sagt nun deutlich, was ohnehin vermutet wurde: Zu dem Unglück kam es, weil die Maschine zu wenig Sprit an Bord und der Pilot falsche Entscheidungen getroffen hatte.

Unter dem Aktenzeichen BFU 3X117-13 wird auf 34 Seiten der Absturz der Piper am 27. August 2013 mit allen Befunden und Ergebnissen noch einmal nachvollzogen. Darin heißt es: „Der Flugunfall ist darauf zurückzuführen, dass der Pilot:

- das Flugzeug beim Betanken nicht mit für die Gesamtflugstrecke ausreichender Kraftstoffreserve versah,

- vor dem Start in Langeoog die noch vorhandene Kraftstoffmenge nicht hinreichend genau überprüfte,

- während des Fluges den Kraftstoffverbrauch/-vorrat unzureichend überwachte,

- und den Flug bis zum Ausfall des Triebwerks aufgrund von Kraftstoffmangel fortsetzte,

- nach dem Triebwerksausfall trotz erreichbarer, geeigneter Notlandegelände versuchte, den Zielflugplatz noch zu erreichen,

- die Hindernisfreiheit bzw. Höhe falsch einschätzte und es zu einer Kollision mit Hindernissen kam.

Flugzeugabsturz bei Wickede

Ein vierköpfiges Untersuchungsteam der BFU hatte die Unfallstelle seinerzeit untersucht. In den Schlussfolgerungen heißt es zwar, der Pilot sei „aufgrund der Anzahl seiner Gesamtflugstunden als erfahren anzusehen, hatte jedoch auf dem Muster nur wenig Flugerfahrung.“ Hinweise auf unfallrelevante technische Mängel an der einmotorigen Maschine seien nicht festgestellt worden. Die Sichtflugwetterbedingungen seien sehr gut gewesen.

Hier geht es zum kompletten Untersuchungsbericht

„Bei den beiden Flügen von Arnsberg nach Langeoog und zurück nach Arnsberg handelte es sich um Gastflüge durch einen Privatpiloten im nichtgewerblichen Luftverkehr. Der Pilot war nicht berechtigt, gegen Entgelt den Flug mit mehr als fünf Fluggästen durchzuführen“, stellt die BFU ebenfalls fest.

Hier geht es zu unserer früheren Berichterstattung

Anhand der im Cockpit gefundenen Dokumente habe man die navigatorische und die meteorologische Flugvorbereitung des Piloten nachvollziehen können, es hätten sich aber keine entsprechenden Hinweise bezüglich einer Kraftstoffberechnung gefunden. „Der Flugweg führte an mehreren Flugplätzen mit Tankmöglichkeit vorbei, an denen das Luftfahrzeug mit Kraftstoff hatte aufgetankt werden können.“ Aufgrund von Kraftstoffmangel sei es dann zunächst zu Triebwerksstörungen und dann zu einem Ausfall des Triebwerkes gekommen. Aufgrund der Flughöhe, der Entfernung zum Flugplatz und dessen Höhe sei der Flugplatz im Gleitflug nicht mehr erreichbar gewesen.

Das Flugzeug habe sich aber „im Bereich großflächiger und ebener landwirtschaftlichen Nutzflächen befunden, die für eine Notlandung des Flugzeuges sehr gut geeignet und ohne große Kursänderung im Gleitflug erreichbar“ gewesen wären. Zum Zeitpunkt des Aufpralls sei das Flugzeug nicht voll für eine Notlandung konfiguriert gewesen. Für die vorn im Flugzeug sitzenden Insassen sei der Flugunfall „nicht überlebbar“ gewesen. Die geringen Schäden im hinteren Bereich der Flugzeugkabine hätten das Überleben der dort befindlichen Personen begünstigt.

Bei dem Flugzeugabsturz am 27. August 2013 etwa zwei Kilometer südwestlich von Wickede kollidierte das einmotorige Flugzeug nahe des Zielflugplatzes mit Bäumen und prallte auf eine Wiese. Von den acht Flugzeuginsassen wurden fünf tödlich und drei schwer verletzt.

Quelle: wa.de

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