Hungerstreik 

Flüchtlinge demonstrieren gegen Hitze in Traglufthalle

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Flüchtlinge protestieren in Düsseldorf gegen ihre Unterbringung.

Düsseldorf - Gegen ihre Unterbringung in Traglufthallen sind Flüchtlinge in Düsseldorf in den Hungerstreik getreten. Die Temperaturen hätten in den vergangenen Tagen in der Halle fast 40 Grad erreicht, die Luft sei darin sehr schlecht, sagte ein Sprecher der Flüchtlinge am Donnerstag. "Unsere Kinder sind krank und müssen ständig ins Krankenhaus", berichtete eine Mutter aus dem Irak.

Dennoch seien zum Teil zwei Familien in einem Raum untergebracht. Auch seien Mäuse und Ratten gesichtet worden. "Wir brauchen die Hallen leider noch eine Weile", sagte ein Sprecher der Stadt. Durch eine Wasserkühlung und Hitzeschutzfolien soll die Situation bis dahin verbessert werden.

Darüber hinaus gab die Stadt Düsseldorf am Donnerstagabend Maßnahmen gegen die Hitze in den Hallen in der Sankt-Franzikus-Straße und in der Koblenzer Straße bekannt, in denen je 300 Flüchtlinge wohnen. Am Freitagmorgen sollen Kühlaggregate eintreffen, "mit denen etwa ab Mittag die Temperatur in den Hallen um rund 8 Grad gegenüber der Außentemperatur reduziert werden kann".

Bis dahin soll eine geöffnete Notausgangstür dafür sorgen, das Hitze schneller entweicht. Zudem werde die Zuluftmenge erhöht. "Mit diesen Maßnahmen konnte innerhalb kurzer Zeit die Raumtemperatur in der Halle Sankt-Franziskus-Straße annähernd auf die Außentemperatur reguliert werden, das heißt, derzeit auf rund 26 Grad Celsius", hieß es in der Mitteilung der Stadt am Abend.

Unterdessen stehen auch in Düsseldorf feste Flüchtlingsunterkünfte leer: "Da gibt es freie Plätze", bestätigte ein Sprecher der Stadt. "Das sind aber Unterkünfte des Landes. Wir sind deswegen im Gespräch mit dem Land, aber die kommen nicht voran." Die Mietverträge für die Traglufthallen liefen noch bis Ende September. Bis dahin sollen Modulheime errichtet sein. Die Stadt zahlt pro Traglufthalle 96 000 Euro Miete im Monat. - dpa

Quelle: wa.de

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