Flüchtlinge renovieren Unterkunft in Meinerzhagen

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Fady Salama und Muhammad Naseem Khan (von rechts) freuen sich über den Erfolg der Renovierungsaktion. Mit dabei war auch Bux Sahki (2. von links). Auch Sozialamtsleiterin Silvia Markus (links) begrüßt die Initiative.

Meinerzhagen - Der 43-jährige Muhammad Naseem Khan aus Pakistan bedankte sich beim deutschen Staat und bei der Stadt für Aufnahme und Unterstützung. Und dieser Dank kam postwendend zurück: „Sie haben hier wirklich gute Arbeit geleistet“, befand Bürgermeister Jan Nesselrath.

Ort des Gespräches war am Freitag die städtische Flüchtlingsunterkunft an der Schlenker Straße 22, wo zurzeit 17 Menschen leben, die aus ihrer Heimat geflohen sind, um in Deutschland Zuflucht zu suchen. Genau in diesem Haus haben der Englischlehrer Muhammad Naseem Khan, sein 36 Jahre alter Mitbewohner und Elektriker Bux Sahki – ebenfalls aus Pakistan – und der Ägypter Fady Salama zum Pinsel gegriffen.

Auf Initiative von Salama, bei der Stadt Verbindungsmann zwischen Flüchtlingen und Verwaltung, nahmen sie sich zwei Wochen lang Zimmer für Zimmer vor und sorgten für ein freundlicheres Ambiente. „Die beiden haben super mitgezogen und ich glaube, das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freute sich Fady Salama gemeinsam mit seinen beiden „Mitstreitern“.

An der Schlenker Straße wohnen meist junge Männer aus Eritrea, Pakistan, Indien, dem Irak und Nigeria zusammen. Hier gibt es auf drei Stockwerke verteilt sieben Zimmer, eine Gemeinschaftsküche und drei Bäder. Auch dank der Unterstützung von Stadt und Baugesellschaft, der die Immobilie auch gehört, konnten diese Renovierungsarbeiten mit einem geringen Einsatz finanzieller Mittel durchgeführt werden.

„Wir fühlen uns wie eine große Familie und können hier gut leben“, zeigte sich Muhammad Naseem Khan sehr zufrieden. Das liegt sicherlich auch daran, dass der Meinerzhagener Arbeitskreis Flüchtlinge die Bewohner regelmäßig besucht und Hilfestellung bei allen möglich „Alltagsgeschäften“ leistet.

Englisch sprechen die meisten der Bewohner, in dem Gespräch am Freitag in großer Runde äußerten sie außerdem den dringenden Wunsch, die deutsche Sprache lernen zu dürfen. Fady Salama sagte rasche Hilfe zu, er will jetzt über das Soziale Bürgerzentrum „Mittendrin“ die Teilnahme an Kursen ermöglichen.

249 Flüchtlinge leben zurzeit in Meinerzhagen, vier weitere wurden am Freitag erwartet. Sozialamtsleiterin Silvia Markus hatte bereits Vorbereitungen getroffen, die angekündigte Familie unterzubringen. „Wir werden die Menschen in der ehemaligen Hausmeisterwohnung des Meinerzhagener Jugendzentrums einquartieren“, erläuterte sie.

Der Flüchtlingsstrom reißt auch in der Volmestadt nicht ab – Bürgermeister Jan Nesselrath ist allerdings zuversichtlich, auch im September noch Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Durch die Zusage des Landes, ab Oktober für vier Monate keine weiteren Zuweisungen in Meinerzhagen mehr vorzunehmen, habe man dann Zeit, weitere Überlegungen anzustellen, äußerte er. Der „Stopp“ gilt bekanntlich für die Zeit, in der das Land Menschen in der Jugendherberge unterbringt.

Quelle: wa.de

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