Maya Bujor: Helferin im Soester Süden

Die Kleiderstube im Asylantenheim ist auch ein Treffpunkt. Maya Bujor (4. von rechts) hilft den Flüchtlingen als Honorarkraft. Waldtraud Hamilton ist ehrenamtlich tätig. Brigitte Sehmi (2. von links) betont, wie wichtig feste Kontakte sind. -  Foto: Niggemeier

Soest - Maya Bujor steht mitten im Gewusel der Kleiderstube und ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Sie strahlt, denn sie macht ihre Arbeit gern: „Es ist schön zu helfen!"

Es ist zwölf Uhr mittags, und in der Kleiderstube im Keller des Asylheims an der Waldstraße gibt’s noch immer reichlich zu tun. Die Bewohner nutzen die Gelegenheit, nach Sommergarderobe Ausschau zu halten, junge Mütter mit Kindern auf den Arm suchen Babysachen.

„Es ist schön zu helfen“, sagt die junge Frau, die aus Belgien kommt und rumänische Wurzeln hat. Sie ist als Honorarkraft tätig – ermöglicht durch die Initiative des Vereins „Integration und Kultur“, der voriges Jahr zu einer Spendenaktion aufrief.

Die Mitglieder wissen, wie wichtig es für die vielen Flüchtlinge ist, einen verlässlichen Ansprechpartner zu haben, der dauerhaft für sie da ist. Sie mussten ihre Heimat verlassen, müssen nun von vorn anfangen und sich völlig neu zurechtfinden. Das ist sehr schwer und allein nicht zu schaffen. Maya Bujor begleitet Asylbewerber in der ersten Zeit, geht mit ihnen zu den Ämtern oder zu den Ärzten. Oft zeigen ihr die Bewohner Briefe, die sie bekommen haben und die sie nicht verstehen.

Für ein Jahr gesichert

Der Verein „Integration und Kultur“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Einleben in der fremden Umgebung zu erleichtern. Die Mitglieder schafften es, so viele Unterstützer für ihr Anliegen zu gewinnen, dass der Einsatz Maya Bujors für ein Jahr gesichert ist, wie Brigitte Sehmi vom Vorstand schildert. Sie ist im Stadtteilbüro Süden tätig und erfährt täglich, wie viele Fragen die Neuankömmlinge haben und wie schwierig ihre Lebenssituation ist. Umso nötiger sei es, sich auszukennen, im Bilde zu sein und die Übersicht zu haben, was jeweils erforderlich und effektiv ist.

Viele Soester sind gern bereit, sich ehrenamtlich einzusetzen. Brigitte Sehmi weist aber auch auf den Wert „fester Kontakte“ hin. „Nur so kann es funktionieren“, sagt sie.

Waltraud Hamilton etwa gehört zum treuen Stamm der Mitarbeiter. Auch am Mittwoch versah sie Dienst in der Kleiderausgabe – freudig begrüßt von den Bewohnern. Die Verständigung klappt, die Menschen kommen, erzählen, berichten auch von ihren Sorgen. Manches Schicksal kommt dort zur Sprache. Zu helfen, ist häufig nicht einfach: Ein Syrer etwa möchte endlich wieder mit seiner Frau und seinen fünf Kindern zusammensein und hofft auf eine baldige Familienzusammenführung. Doch gestaltet es sich als äußerst mühevoll, eine Verbindung zur Heimat herzustellen. Brigitte Sehmi: „Wir warten schon seit drei Tagen auf ein Fax.“

„Da müssen wir einfach Nein sagen“

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Soest. Ein gutes Beispiel für praktischen Einsatz liefern Helfer der Johannes-Gemeinde: Weil sich Blusen, Jacken, Hosen in der Kleiderstube stapelten, bauten sie Regale und Stangen auf. Brigitte Sehmi bittet um Verständnis, dass es nicht immer möglich ist, sämtliche Spenden anzunehmen – der Platz reicht nicht, ein Lager gibt’s nicht. Wohin also mitten im Juli mit dicken Wintermänteln, die derzeit ohnehin keinen Abnehmer finden? Brigitte Sehmi: „Da müssen wir einfach Nein sagen.“ Kunden, die etwas Passendes gefunden haben, geben übrigens gern einen kleinen Obolus. Sie füllen eine Spardose: Der Inhalt geht ans Soester Tierheim.

Quelle: wa.de

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