Indirakumar Ramasymy erhält Asyl und arbeitet in einer IT-Abteilung

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Indirakumar Ramasymy.

Drensteinfurt - Das Leben von Indirakumar Ramasymy in Deutschland gleicht einer Erfolgsgeschichte: Asylantrag, Anerkennung, erfolgreiche Sprachkurse, Umschulung, Führerschein, Praktikum, ein Auto, Arbeitsstelle mit Zweijahresvertrag, noch in diesem Jahr eine eigene Wohnung und zuletzt Aussicht auf Einbürgerung im kommenden Jahr.

Vor fünf Jahren sah sein Leben noch ganz anders aus. Krieg und Diskriminierung bestimmten seinen Alltag. 2010 kam Indirakumar Ramasymy mit dem Flugzeug aus Sri Lanka in Frankfurt an.

In Dortmund beantragte er Asyl, eine Woche später musste er zur Anhörung zum Bundesamt in Düsseldorf. Nach drei Monaten, da lebte der heute 35-Jährige schon in Drensteinfurt, wurde er als Asylberechtigter anerkannt. „Ich erhielt einen blauen Asylpass, mit dem ich die gleichen Rechte habe wie ein Deutscher“, erzählt Indirakumar Ramasymy. „Nur wählen darf ich nicht“, fügt er hinzu.

In seiner Heimat Sri Lanka will er nicht mehr leben, als Tamile gehört er zur ethnischen Minderheit. 15,4 Prozent der Bevölkerung sind Tamilen, mit 74,9 Prozent stellen die Singhalesen die größte Bevölkerungsgruppe dar. „Wir haben nicht die gleichen Rechte, denn die Singhalesen stellen die Regierung“, sagt der Tamile. Dieser Konflikt führte 1983 zum Bürgerkrieg, der erst 2009 beendet wurde.

Geblieben sind Misstrauen und Ungerechtigkeit. Die Familie Ramasymy verbrachte während des Krieges lange Zeiten in Indien. So erlangte Indirakumar Ramasymy dort auch sein Abitur nach der 12. Klasse. In Indien absolvierte er eine Ausbildung als Softwareentwickler. Später fand er in Sri Lanka Arbeit als IT-Mitarbeiter.

Während des Krieges kämpfte er für die Rechte der Tamilen, fürchtet noch immer Verfolgung durch die Polizei. 2010 kaufte er sich ein Ticket nach Deutschland, um hier als freier Mann leben zu können. Zu diesem Zeitpunkt lebte ein Bruder bereits in Kanada, ein weiterer in Indien.

In Deutschland besuchte der IT-Fachmann den B1-Sprachkurs in Münster, sieben Monate später einen beruflichen Sprachkurs (B2) mit dreiwöchigem Praktikum bei der Arbeiterwohlfahrt Ahlen. Das Praktikum leistete er im Evangelischen Krankenhaus (EVK) Hamm. Nach drei Wochen wurde sein Praktikum auf sechs Monate verlängert. Danach bot ihm das Krankenhaus für sieben Monate einen Minijob an.

Da seine Ausbildung in Deutschland nicht anerkannt wird, erklärte er sich zur zweijährigen Umschulung im IT-Bereich am Friedrich-List-Berufskolleg in Hamm bereit. Eine Prüfung hat er bereits bestanden, eine weitere folgt. 2012 schaffte er den Führerschein, „mit Null Fehlerpunkten“, sagt er und ist sichtlich stolz.

2014 bestand er den Einbürgerungstest mit 33 von 33 Punkten. Seit Anfang Juli arbeitet er in der IT-Abteilung des Wirtschaftliches Versorgungsunternehmen in Hamm, einer Tochterfirma des EVK. Seine große Hoffnung ist, dass der Vertrag später unbefristet verlängert wird.

Im kommenden Jahr wird er den Antrag zur Einbürgerung stellen, denn Deutschland gefällt ihm: „Ich bin hier sehr glücklich und möchte bleiben“, bekräftigt er. Kontakt zu seiner Familie hält der Tamile über Internettelefonie. „Das ist mein Spezialgebiet, da kenne ich mich aus“, erklärt er und schmunzelt.

Quelle: wa.de

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