Gisela Krambrich wird für ihren Einsatz für Flüchtlinge ausgezeichnet

+
Khelat (links), Baby Judi und Gean (rechts) leben seit einigen Wochen in Möhnesee. Gisela Krambrich (Mitte) kennt das Schicksal der Familien und vieler anderer Asylbewerber, die hier ankommen und engagiert sich zusammen mit dem „Arbeitskreis Flüchtlinge“ für eine gelebte Willkommenskultur.

Möhnesee - Gisela Krambrich aus Möhnesee wird jetzt mit dem Preis „Leuchte auf“ ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit ihr jahrelanges Engagement für Flüchtlinge.

Khelat und Gean sind zusammen mit Baby Judi erst seit wenigen Wochen in Möhnesee. Gerade wegen des Neugeborenen sind sie auf Hilfe angewiesen – ob beim Arztbesuch oder beim Gang zur Behörde. Genauso wie diese syrische Familie brauchen auch andere Asylbewerber Hilfe bei der Integration in ein neues und fremdes Land. In Möhnesee gibt es eine Frau, die Willkommenskultur besonders lebt und sich jeden Tag engagiert: Gisela Krambrich. Wegen ihres beispielhaften Einsatzes gehört sie zu den Gewinnern des Integrationspreises der Bezirksregierung Arnsberg.

Bürgermeister Hans Dicke sowie der „Arbeitskreis Flüchtlinge“ schlugen die Möhneseerin für den Preis vor, der durch die Förderung der Stiftung „Leuchte auf“ des BVB ermöglicht wird. Mit Erfolg: Ihr Einsatz soll am 17. August bei der Preisverleihung im Signal-Iduna-Park in Dortmund gewürdigt werden.

Gisela Krambrichs Engagement begann bereits, als der „Arbeitskreis Flüchtlinge“ noch gar nicht existierte. Es war die Begegnung mit einem Asylbewerber, die sie nicht wieder losließ. Vor rund vier Jahren lernte sie einen Mann aus Benin kennen, der bereits mit 15 Jahren in Deutschland angekommen, seitdem als Flüchtling geduldet war und kurz zuvor einen Suizidversuch begangen hatte. Sein Schicksal berührte sie und sie fing an, einen Sprachkurs zu organisieren, ihn mit in die Stadt zu nehmen und ihm die Angst zu nehmen, etwas Falsch zu machen.

Nach dem ersten Schicksal kamen weitere

Sie kümmerte sich solange um ihn, bis er eine Arbeit in einem Krankenhaus in Soest und den Aufenthalt in Aussicht gestellt bekommen hatte. Es sei vor allem die Dankbarkeit, erzählt Gisela Krambrich, die sie in ihrer Arbeit bestärke. Und die sei „mehr Wert als jeder Preis der Welt“.

Nach dem einen Schicksal schlossen sich in den nachfolgenden Jahren immer mehr an. Denn durch den Mann aus Benin besuchte Gisela Krambrich das damals einzige Haus für Asylbewerber in Möhnesee, das Haus am Kirchplatz. Und dabei beschloss sie, aktiv daran zu arbeiten, die Lebensbedingungen der Asylbewerber menschenwürdig zu gestalten.

Zunächst ging es ihr um die einfachen Dinge: ein sauberes Bett, einen sauberen Schrank, persönliche Ansprache und Begleitung. Und so nahm sie den Putzlappen in die Hand und bereitete die Räume vor, wenn neue Asylbewerber eintrafen.

Mit der Zeit hat sich eine Zusammenarbeit und ein gutes Miteinander zwischen Gisela Krambrich und der Gemeinde Möhnesee entwickelt. Aber auch zu anderen Behörden hat sie guten Kontakt. Es ist ein Netzwerk entstanden, von dem nun auch der Arbeitskreis profitiert. Ebenso ermöglicht dieser Zusammenschluss ihr, Spenden zu organisieren, um Dinge zu finanzieren, die weder Gemeinde noch Asylbewerber finanziell übernehmen können – zum Beispiel Rechtsberatungen.

Genauso machte sie aber auch der Gemeinde deutlich, dass mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlinge die ehrenamtliche Arbeit immer wichtiger wird. Zudem seien schon vor Ort lebende Asylbewerber ihrem Beispiel gefolgt und hätten mit angepackt. Ihre Ideen von Sprach- und Sportkursen, die sie schon lange im Kopf hatte, realisierte sie dann mithilfe des „Arbeitskreises Flüchtlinge“.

Motivation schaffen für weitere Helfer

Gisela Krambrich engagiert sich in zwei Richtungen: Sie motiviert die anderen Ehrenamtlichen, die helfen wollen und unterstützt gleichzeitig die Flüchtlinge, um die Integration zu erleichtern. Das, was Gisela Krambrich jeden Tag ohne „Wenn und Aber“ leiste, gehe weit über ehrenamtlichen Engagement hinaus, sind sich der „Arbeitskreis Flüchtlinge“ und der Bürgermeister sicher. 

Quelle: wa.de

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare