Jawad Ramadan (41) aus Syrien konnte seine Familie nach Werne holen

Werne - Für Jawad Ramadan hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Der 41-jährige Syrer kam vor fast einem Jahr nach Werne. Mittlerweile ist er als Flüchtling anerkannt, seine Familie konnte nach Werne nachkommen.

Ende Dezember hatte Ramadan, der mit seiner Ehefrau und seinen vier Kindern in il-Malikiya nahe der türkischen Grenze gelebt hatte, die Geschichte seiner Flucht im Westfälischen Anzeiger erzählt. Im Multikulturellen Forum in Bergkamen hatte er zu der Zeit schon fleißig Deutschkurse besucht. Lernen sei wichtig, sagt der Familienvater. Für ihn hat sich die Welt gedreht. In Syrien war er Leiter einer privaten Schule. Er selber hat Französisch an der Universität studiert, seine Frau ist Englischlehrerin.

Der 41-jährige Ramadan macht derzeit einen Computerkursus im Multikulturellen Forum. Der Familienvater möchte am liebsten wieder als Lehrer arbeiten.

Im Februar kam die schriftliche Bestätigung seiner Aufenthaltsgenehmigung über drei Jahre. Ramadans Frau Amina und die Kinder Souhaib (14), Sidra (12), Ways (11) und Nazik (7) konnten im Rahmen der Familienzusammenführung mit einem Visum von der Türkei aus nach Deutschland einreisen. Die Familie bezog eine kleine Wohnung in Werne. Die Kinder besuchen hiesige Schulen und werden wie alle anderen eingebunden.

Jawad Ramadan hat seine Aktivitäten in Bezug auf die deutsche Sprache noch verstärkt. Bei der Volkshochschule Bergkamen belegt er einen Integrationskurs, der wochentags von 8 bis 12 Uhr angeboten wird. Nachmittags fährt er drei Mal in der Woche ebenfalls nach Bergkamen, um dann im Multikulturellen Forum an einem Computerkursus teilzunehmen. Kontakte zum Jobcenter hat er auch schon geknüpft. Aufgrund seiner vielseitigen Sprachkenntnisse sehen seine beruflichen Chancen gar nicht schlecht aus. Dabei möchte er schon gerne wieder als Lehrer arbeiten. „Ich liebe meinen Beruf“, sagt Ramadan.

Und wer weiß, vielleicht kann er sein Wissen schon bald in der Integrationsarbeit einbringen. Auf seiner Flucht, die über die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich führte, hatte sich Ramadan oft in Lkw versteckt. „Das war eine dramatische Zeit.“  luk

Quelle: wa.de

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