Dinojan Jeganathan: Student aus Sri Lanka hilft an einer Schule

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Dinojan Jeganathan hilft dem Hausmeister Manfred Marx bei vielen Arbeiten auf dem Schulgelände.

Geseke - Dinojan Jeganathan aus Sri Lanka unterstützt Schulhausmeister Manfred Marx. Für die Schüler ist er ein Exot auf dem Schulgelände, gehört aber trotzdem "fast schon zum Inventar", sagt Marx. Im Schüler-Deutschkurs der Sekundarschule eignet sich der Flüchtling die deutsche Sprache an.

Auf einem Rasenstück am Schulzentrum West hakt Dinojan Jeganathan das Laub zusammen. Da jede Ablenkung im Unterricht willkommen ist, bleibt seine Arbeit nicht unbeobachtet: Am Fenster drücken sich die Realschüler die Nase platt. Ein Mädchen klopft an die Scheibe, winkt und ruft „Hallo!“ Der Hausmeisterhelfer grüßt zurück.

Der junge Mann aus Sri Lanka ist ein Exot auf dem Schulhof. Seit 14 Monaten unterstützt er Hausmeister Manfred Marx bei seiner Arbeit. Dinojan, genannt Dino, kam vor eineinhalb Jahren als Flüchtling nach Geseke. „Das hat mir das Leben gerettet“, sagt der 24-Jährige. Denn in seinem Land gebe es schwere politische Unruhen.

Fast ein Vollzeitjob für Dino

In der Heimat war Dino Student. Jetzt schneidet er Hecken, stellt Stühle in der Aula auf oder erledigt kleinere Reparaturarbeiten. „Er gehört fast schon zum Inventar“, erklärt Manfred Marx und lacht. Fünf Tage die Woche, sechs Stunden am Tag: Am Schulzentrum West hat der 24-Jährige fast einen Vollzeitjob. Damit bessert er sich die Leistungen auf, die er als Asylbewerber von der Stadt Geseke erhält.

Doch Geld verdienen ist nicht seine Hauptmotivation, sagt Dino. Er will sich nützlich machen. „Sonst sitze ich nur in meinem Zimmer und grübele über meine Probleme nach. So habe ich etwas Ablenkung.“ Der junge Mann aus Sri Lanka macht sich gut, erklärt sein Kollege. Auch wenn die beiden Hausmeister nicht dieselbe Sprache sprechen, kommen sie blendend zurecht. „Wir verständigen uns mit Händen und Füßen, durch Zeigen und mit viel Lachen“, erzählt Marx.

Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit

Als Dino nach Geseke kam, sprach er noch kein Wort Deutsch, erinnert er sich. „Auf dem Schulhof lerne ich aber einige Wörter“, sagt der 24-Jährige. Außerdem besucht er den Schüler-Deutschkurs der Sekundarschule. „In Sri Lanka hatten wir immer etwas Angst vor unseren Lehrern“, berichtet Dino. „Hier sind sie aber sehr nett.“

Die Sympathie beruht offenbar auf Gegenseitigkeit. „Wir haben zusammengelegt und Dino ein Fahrrad gekauft“, erzählt Marx. Sein Kollege, der in der Flüchtlingsunterkunft „In der Halle“ wohnt, könne so leichter zur Arbeit kommen.

Von Ulrike Dietz

Quelle: wa.de

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