Urteil zur Asta-Party

44.000 Euro: Fabian Ferber muss für Party-Flopp haften

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Vor acht Jahren fand an der Ruhr-Uni Bochum eine riesige Party statt, mit riesigen Verlusten.

Lüdenscheid - Nach mehr als acht Jahren hat sich am Dienstag das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster mit einer glamourösen Uni-Sause beschäftigt und die beiden Organisatoren zu Schadenersatzleistungen in Höhe von 88 000 Euro verurteilt. Einer der angeklagten Planer: Fabian Ferber, ehemaliger Juso-Vorsitzender im Märkischen Kreis.

Die Münsteraner Richter machten ihn als damaligen Vorsitzenden des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) der Ruhr-Universität Bochum sowie seinen Finanzreferenten für den Mega-Flopp mit einem Minus von fast 230 000 Euro verantwortlich. 

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte vor mehr als zwei Jahren den Anspruch der klagenden Studierendenschaft, vertreten durch den aktuellen Asta, auf 176 000 Euro festgelegt. Zwar sahen auch die OVG-Richter grob fahrlässige Pflichtverletzungen durch die beiden Organisatoren, dem Studierendenparlament sprachen die Richtiger aber eine gravierende Mitschuld zu. 

Fabian Ferber.

Deshalb reduzierte der 15. Senat die Schadenssumme auf die Hälfte. „Bei 44  000 Euro pro Person können wir natürlich nicht zufrieden sein, aber mit einer völligen Rücknahme des Gelsenkirchner Urteils war auch nicht zu rechnen“, sagte Ferber am Dienstag nach der Urteilsverkündung. Über die Höhe der Summe sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Es werde noch Nachverhandlungen mit dem Anwalt der Studierendenschaft geben. „Was dabei letztlich herauskommt und wie die Zahlungsmodalitäten aussehen, wird man dann sehen.“ Sein Kreistagsmandat will Ferber behalten.

Zur Erinnerung: Der Asta veranstalte zum Jahresabschluss 2007 eine Mega-Party mit der Crème de la Crème aus der Musikszene: Culcha Candela, Juli und 2Raumwohnung traten in der Mensa auf. Honorare bis zu 50 000 Euro wurden zugesagt. Doch die Veranstaltung floppte. Statt der geplanten 5000 Besucher kamen nur rund 1400. Unterm Strich endete der Abend mit einem gigantischen Minus. Fabian Ferber, damals 20 Jahre alt, sowie sein Finanzreferent hatten grünes Licht für die Veranstaltung gegeben.

In der mündlichen Urteilsbegründung warf der Vorsitzende den beiden Organisatoren vor, haushaltsrechtliche Pflichten in grob fahrlässiger Weise verletzt zu haben. Sie hätten einen Nachtragshaushalt in das Studierendenparlament ohne sorgfältige Kostenschätzung eingebracht. Allein die Gagen für die Bands hätten das Volumen fast ausgeschöpft. Allerdings habe das Studierendenparlament als oberstes Beschlussorgan den Nachtragshaushalt gebilligt, so dass es mitschuldig am Finanzdebakel sei.

Revision ist nicht zugelassen. Dagegen können aber beide Parteien Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegen. Somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Quelle: wa.de

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