Eskalierte Verkehrskontrolle: Autofahrer nennt Polizisten aggressiv

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Prozess gegen einen Polizisten wegen Körperverletzung.

Herford - Eine eskalierte Verkehrskontrolle beschäftigt das Gericht: Auf der Anklagebank ein Polizist, der einen Fahrer geschlagen und ihn mit Pfefferspray attackiert haben soll. Den Grund versteht der Fahrer bis heute nicht, wie er im Prozess aussagte.

Der Prozess um eine aus dem Ruder gelaufene Verkehrskontrolle gegen einen Polizeibeamten ist am Freitag mit der Aussage des Autofahrers fortgesetzt worden. 

Der 40-Jährige beschuldigte den Angeklagten am zweiten Prozesstag vor dem Amtsgericht Herford, ihn ohne ersichtlichen Grund ins Gesicht geschlagen und mit Pfefferspray attackiert zu haben. Der Polizist sei laut und aggressiv aufgetreten. Es sei ihm jedoch unverständlich geblieben, warum er angegangen worden war. Er habe nur versucht, den Beamten auf Abstand zu halten. 

Zentrales Beweismittel der Staatsanwaltschaft ist ein Video der Situation. Die Kontrolle war plötzlich eskaliert, nachdem ein Cousin des Autofahrers hinzugetreten und mit den Beamten in Streit geraten war. Die Videobilder zeigen eine Rangelei, in deren Verlauf der Polizist den Fahrer packen will, mit ihm rangelt, ihn ins Gesicht schlägt. Der Fahrer stößt den Beamten daraufhin zu Boden, dieser rappelt sich auf und setzt dem Fahrer schließlich mit Pfefferspray nach. Fahrer sowie Polizist geben an, in dem Handgemenge verletzt worden zu sein. Der wegen der Attacke angeklagte Beamte hält den Einsatz aus dem Jahr 2014 für verhältnismäßig. Er habe in einer bedrohlichen Situation die Kontrolle behalten wollen. 

Der Autofahrer hatte sich verdächtig gemacht, weil er auf Haltezeichen des Streifenwagens zunächst nicht reagiert hatte. 

Wegen der Auseinandersetzung hatte 2015 zunächst der Fahrer auf der Anklagebank gesessen. Der Polizist forderte zudem Schmerzensgeld. Nach Sichtung des Videos war der Autofahrer jedoch freigesprochen worden. Stattdessen hat die Staatsanwaltschaft nun den Polizeibeamten angeklagt. Sie hält ihm auch Verfolgung Unschuldiger durch Falschangaben vor. Es sind zwei weitere Prozesstage angesetzt.

dpa/lnw

Quelle: wa.de

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