Erste Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie gestartet

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Ford-Arbeiter haben am Freitag in Köln während der Nachtschicht gestreikt. Nach ergebnislosen Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall in der Nacht zum Freitag bundesweit mit Warnstreiks begonnen. Um Mitternacht war die Friedenspflicht ausgelaufen, die Streiks nicht gestattet.

Frankfurt/Berlin/Köln - In der Metall- und Elektroindustrie haben in der Nacht zum Freitag bundesweit Warnstreiks begonnen. In mehreren Hundert Betrieben wollten Beschäftigte im Verlauf des Tages nach Angaben der IG Metall die Arbeit vorübergehend niederlegen. Um Mitternacht war die Friedenspflicht ausgelaufen, die Streiks nicht gestattet.

Auf Versammlungen vor vielen Werkstoren unterstützten Streikende die Forderung der Gewerkschaft nach einer Anhebung der Entgelte um fünf Prozent. Der Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, nannte auf einer Kundgebung der Ford-Werke in Saarlouis das Tarifangebot der Arbeitgeber "Magerkost" für die Beschäftigten zugunsten von Profiten. Zuvor war am Donnerstag die bundesweit dritte Tarifrunde ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Dabei hatten die Metallarbeitgeber ein "alternatives" Angebot vorgelegt, das von der IG Metall aber als völlig unzureichend zurückgewiesen wurde.

"Die Arbeitgeber verharren nach wie vor im Angebotskeller", erklärte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler, der um Mitternacht vor den Beschäftigten der Ford-Werke in Köln sprach. Für die bundesweit 3,8 Millionen Beschäftigen fordert die IG Metall Einkommensverbesserungen von 5 Prozent. Die Metallarbeitgeber hatten zuletzt eine Anhebung in zwei Stufen geboten, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf 2,1 Prozent aufsummieren. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent über zwölf Monate. 

Das "alternative" Angebot sei vorgelegt worden, "um endlich über die Strukturen einer möglichen Lösung ins Gespräch zu kommen", hatte Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger gesagt. Eine längere Laufzeit des Tarifabschlusses verschaffe den Unternehmen Planungssicherheit. - dpa

Quelle: wa.de

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