Staatsanwaltschaft ermittelt

Erschossene Rinder: PETA zeigt Soester Polizisten an

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Das Bild erhielt der Anzeiger von einer Privatperson und zeigt eines der erschossenen Rinder. 

Soest - Die Tierrechtsorganisation PETA hat Strafanzeige gegen die Polizisten gestellt, die am 15. Mai auf der Feldflur zwischen Hesweg und Rennefeld in Deiringsen zwei entlaufene Rinder getötet hatten.

„Es kommt oft vor, dass Tiere bei einem Polizeieinsatz getötet werden. Zum Beispiel, wenn entlaufende Hunde sich auf der Autobahn bewegen“, erklärt Dr. Edmund Haferbeck, Manager der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA. „Normalerweise zeigen wir bei solchen Vorgängen niemanden an“, sagt er.

Allerdings: Der Fall in Soest sei anders gelagert: „Hier haben Beamte – obwohl sie hätten wissen müssen, dass ihre Waffen nicht ausreichen, die großen Tiere zu töten – in Kauf genommen, den Tieren Leid zuzufügen, anstatt sich gleich an die sogar anwesenden Jagdberechtigten zu wenden, um den Tieren unnötiges Leid zu ersparen.“ 

In der zehnseitigen Anzeigeschrift, die dem Anzeiger vorliegt, geht PETA soweit, anzuzweifeln, dass die Tötung der Tiere überhaupt notwendig war. Es gebe keine Hinweise auf eine Gefährdung für Leib und Leben, die zum fraglichen Zeitpunkt von den Rindern ausgegangen sei. 

Wörtlich heißt es: „Das einzige gefährdete Schutzgut zum Zeitpunkt des Schusses war der reibungslose Ablauf des Straßenverkehrs, welcher drohte eingeschränkt zu werden“. PETA geht, nach einem ähnlichen Fall, der sich im Dezember 2015 in Hessen zugetragen hatte, deutschlandweit zum zweiten Mal den Weg, eine Anzeige wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz zu erstatten. 

Zu den Erfolgsaussichten kann Haferbeck noch nichts sagen.

"Auch der Fall in Hessen ist noch nicht entschieden, die Ermittlungen laufen“, erklärt er.

Auch den Besitzer der Tiere zeigt PETA an: Gegen ihn soll wegen Verstoßes gegen die gute landwirtschaftliche Praxis und wegen Gefährdung der Allgemeinheit ermittelt werden. 

Die Anzeige der Tierrechtsorganisation wird aktuell bei der Staatsanwaltschaft in Arnsberg geprüft.

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Quelle: wa.de

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