RWE entscheidet über Konzernumbau

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Essen - Der zweitgrößte deutsche Versorger RWE steht im Kampf gegen seinen weiteren Absturz vor einer Schlüsselwoche. An diesem Montag (10. August) entscheidet der Aufsichtsrat über einen tiefen Umbau der Konzernstruktur.

Damit will Vorstandschef Peter Terium die zahlreichen Teilgesellschaften reduzieren und künftige Entscheidungen beschleunigen. RWE leidet angesichts des Booms der erneuerbaren Energien unter einem heftigen Verfall der Strompreise im Großhandel.

Der Abwärtstrend im Tagesgeschäft dürfte sich nach Einschätzung von Experten im ersten Halbjahr beschleunigt haben. Wenn der Konzern an diesem Donnerstag (13. August) seine Zwischenbilanz vorlegt, rechnet etwa Société-Générale-Analyst Lüder Schumacher mit einem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 5,3 Prozent auf 3,25 Milliarden Euro. Unter dem Strich dürfte sich der Gewinn zwar auf gut zwei Milliarden Euro verdoppelt haben. Das liegt aber allein am Sonderertrag aus dem milliardenschweren Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea im ersten Quartal.

Bereinigt um solche Einmaleffekte dürfte der Überschuss gerade einmal stabil geblieben sein, im zweiten Quartal dürften unterm Strich sogar rote Zahlen stehen. Spannender als die aktuellen Ergebniszahlen ist aber, wie der Konzern versucht, sich neu aufzustellen.

Und da will Vorstandschef Terium nun ans Eingemachte und die Zahl der rund 100 oft nebeneinander existierenden Teilgesellschaften - Legaleinheiten genannt - deutlich reduzieren. Diese in den vergangenen Jahrzehnten entstandene Struktur erweist sich inzwischen als zu komplex und teuer. Das wird als Grund gesehen, weshalb sich RWE mit der Energiewende besonders schwer tut. Nun will Terium mehr operative Macht in die Konzernzentrale holen und möglicherweise für einzelne Geschäftsbereiche eigene Ressorts im Vorstand schaffen.

Damit reagiert RWE auch auf die noch deutlich radikaleren Strukturveränderungen beim größeren Konkurrenten Eon, der das Geschäft mit Großkraftwerken gleich ganz abspaltet und sich künftig auf Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentriert. Zuletzt hatte sich Eon auch von Auslandsaktivitäten in Italien getrennt. RWE scheut bislang trotz des Preisdrucks vor einer Abspaltung der Stromproduktion zurück.

Allerdings hält sich Terium einen solchen Schritt inzwischen offen. Und der nun geplante Umbau macht eine spätere Trennung von den Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken nicht schwerer. So soll die Produktionstochter RWE Power weitgehend selbstständig bleiben. Entscheidend für die Zukunft der konventionellen Kraftwerke bei RWE ist nach Einschätzung von Analysten, dass sich die Rahmenbedingungen nicht noch weiter verschlechtern.

Zumindest gelang es dem Konzern zuletzt, die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Klimaabgabe für Kohlekraftwerke zu verhindern. Allerdings gibt es zahlreiche weitere Unsicherheiten wie die künftige Gestaltung der Strommärkte in Deutschland oder die Verlässlichkeit der Atomrückstellungen.

dpa

Quelle: wa.de

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