Einsatzzahlen steigen: Mantrailer-Spürhunde sind Menschenretter

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340 mal sind in NRW allein im Jahr 2014 Mantrailer-Spürhunde eingesetzt worden.

Düsseldorf - Drei Jahre dauert ihre Ausbildung, dann können sie auch noch viele Stunden später erkennen, wohin ein bestimmter Mensch gelaufen ist. Die Mantrailer-Spürhunde der NRW-Polizei haben sich als Menschenretter bewährt.

Die Mantrailer-Spürhunde der nordrhein-westfälischen Polizei retten inzwischen in jedem Jahr mehreren Menschen das Leben. Ihre Einsatzzahlen steigen ständig, sagte Uwe Thieme, Abteilungsleiter beim Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei in NRW. Die speziell ausgebildeten Mantrailer ("Menschenverfolger") werden seit einigen Jahren von der Polizei in NRW eingesetzt.

Einer der Spürhunde habe im vergangenen Jahr in Dortmund eine suizidgefährdete Frau noch rechtzeitig finden können, die bereits Tabletten eingenommen hatte. In Lübbecke hätten die Hunde rasch eine demente Seniorin entdeckt, die von den Suchtrupps nicht gefunden worden war. Die Suche nach vermissten Menschen mit Demenz sei ein klassischer Einsatzfall.

Leistungsstärke durch spezielle Ausbildung

Unter anderem Bayerische Schweißhunde werden bei der Suche nach Vermissten eingesetzt.

Aber auch in Kriminalfällen kommen die Hunde zum Einsatz. Im Jahr 2012 sei man mit 125 Einsätzen gestartet. 2013 seien es bereits 227 gewesen und 2014 seien die Spürhunde 340 Mal eingesetzt worden, davon 16 Mal außerhalb des Landes. Bereits jetzt sei absehbar, dass die Zahl der Einsätze in diesem Jahr noch darüber liegen werde. Im ersten Halbjahr seien die Hunde bereits 266 Mal zum Zuge gekommen.

Sechs Diensthundeführer sind in NRW zuständig für zehn Jagdhunde, die für die Suche nach lebenden Menschen ausgebildet wurden. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Mantrailer gelten als deutlich leistungsstärker als die herkömmlichen Personenspürhunde der Kreispolizeibehörden. Geplant ist eine Verstärkung auf zwölf Mantrailer-Hunde, also jeweils zwei pro Hundeführer.

Per Helikopter zum Such-Einsatz

Hinzu kämen zehn zertifizierte private Mantrailer-Hunde, die bei Fällen der Gefahrenabwehr, also etwa der Suche von vermissten Personen, auch eingesetzt werden. Die Mantrailer können das individuelle Geruchsprofil eines Menschen erkennen und verfolgen. Im Gegensatz zu Fährtenhunden können Mantrailer auch auf asphaltierten Flächen oder in Gebäuden eingesetzt werden.

Als Mantrailer werden in NRW Hannoveraner und Bayerische Schweißhunde ausgebildet und zentral in Schloß Holte-Stukenbrock gehalten. Manchmal werden sie sogar per Helikopter zum Einsatzort gebracht. - lnw

Quelle: wa.de

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