Umfangreiche Sperrungen auch am Sonntag

Parteitag der AfD: Polizei lobt die Demonstranten

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Werl - „Keine Störungen, keine Festnahmen – alles friedlich“: Rundum zufrieden zeigt sich die Polizei mit der Einsatzbilanz am ersten Tag der Landestagung der Alternative für Deutschland“ (AfD) in der Werler Stadthalle.

„Es ist absolut ruhig geblieben“, sagt Polizeisprecher Frank Meiske. „Alle Absperrmaßnahmen und taktischen Vorgaben haben offenbar gegriffen“. Man habe im Vorfeld mit Störungen durch Gegendemonstranten gerechnet. „Und wir waren dem entsprechend vorbereitet“, sagt Meiske. 

Keine Zwischenfälle 

Es habe aber überhaupt keine Zwischenfälle gegeben bis auf zwei kurze Straßenblockaden am frühen Samstagmorgen. Zwar hüllt er sich bezüglich der Beamtenzahl nach wie vor in Schweigen. Es sollen am Samstag aber 300 Polizisten in der Stadt unterwegs gewesen sein und bis zu 500 Kräfte verfügbar, falls es zu Ausschreitungen gekommen wäre. Meiske betont aber, dass es „keine Hinweise auf gewalttätige Auseinandersetzungen gab.“ 

Umfangreiche Sperrungen am Sonntag

Gleichwohl werden sich die Bürger Werls auch am Sonntag zunächst auf umfangreiche Sperrungen rund um die Stadthalle einstellen müssen. Man orientiere sich am Konzept und werde es zunächst genau wie am Samstag halten und dann sehen, ab wann die Straßen wieder freigegeben werden können, kündigt der Polizeisprecher am frühen Samstagabend an. „Die Polizei wird auch morgen rund um die Stadthalle vertreten sein“ 

Gegendemo am AfD-Landesparteitag NRW in Werl

Klar ist: Auch am Sonntag, dem zweiten Tag des Landesparteitags, will man keine Möglichkeiten bieten, dass die Politiker der als rechtspopulistisch geltenden AfD auf Demonstranten treffen könnten. 

Straßen ab 14 Uhr wieder frei

Am Samstag waren die Straßen rund um die Stadthalle gegen 14 Uhr wieder frei, nachdem die zum Teil weit angereisten Demonstranten die Heimreise angetreten hatten. Die Polizei schätzt, dass 300 bis 500 Menschen gegen die AfD demonstriert haben. Die Zahl sei schwer zu schätzen gewesen, zumal es an mehreren Stellen zu Gruppenbildungen kam, sagt Meiske. 

"Bündnis" spricht von bis zu 750 Teilnehmern

Sven Sladek hingegen, Versammlungsleiter und Pressebeauftragter des „Bündnisses gegen Rassismus“ Kreis Soest beziffert die Zahl der Teilnehmer auf 700 bis 750. „Sicherlich haben wir die avisierten 1 000 Teilnehmer nicht erreicht“, räumt Sladek ein. Aber man gehe von deutlich mehr Teilnehmern als von der Polizei geschätzt aus, „zumindest beim Zug durch die Innenstadt zum Bahnhof“. Zudem verweist er darauf, dass die kurzfristigen Blockaden vor der Veranstaltung an der Neheimer Straße und an der Grafenstraße vor der eigentlichen Kundgebung stattgefunden haben und damit nicht Teil der Versammlung gegen die AfD waren. Die gesamte Protestaktion sei „in sich friedlich“ gewesen und habe deshalb „kein Einschreiten der Polizei herausgefordert“.

Polizei lobt das Verhalten der Demonstranten

Polizeisprecher Kim Freigang lobte das Verhalten der Demonstranten als „lautstark und friedlich, wie es sich gehört für demokratischen Gegenprotest“. Auch die „Engelsgeduld“ der Werler, vor allem der Anwohner, die trotz alle Einschränkungen ruhig und verständnisvoll geblieben seien, sei zu loben. Man habe nicht mal Fahrzeuge abschleppen lassen müssen. Das massive Polizeiaufgebot sei insgesamt gerechtfertigt gewesen, sagt die Polizei. 

„Einen Riesenaufwand für wenig Bedarf“

So sieht das auch Bürgermeister Michael Grossmann. Sicher sei der Parteitag der AfD „ruhiger und entspannter gelaufen, als es im Vorfeld herbeigeredet wurde.“ Dass eine große Gruppe Autonomer anreisen würde, um für Chaos zu sorgen, davon sei er nicht ausgegangen. Aber die Sicherheitskräfte hätten nach den Ankündigungen einen „Riesenaufwand“ betreiben müssen. „Einen Riesenaufwand für wenig Bedarf“, wie Grossmann anfügt. „Und der richtig viel Geld kostet.“ Aber alles sei professionell organisiert worden. „Und damit bin ich zufrieden“, sagt der Bürgermeister.

Den Begriff „erleichtert“ will er nicht in den Mund nehmen. „Das würde ja bedeuten, dass ich es schlimmer erwartet hätte.“ Störungen seien ausgeblieben. Niemand sei letztlich wirklich gestört worden, „auch die Wallfahrer nicht“. 

Grossmann verteidigt die Genehmigung

Grossmann verteidigte nochmals, dass er den AfD-Parteitag in Werl genehmigt hatte. „Als Bürgermeister habe ich nach Recht und Gesetz zu urteilen, nicht nach Gefühlen, Empfindungen und der politischen Richtung.“ Die AfD sei eine Partei, die nicht verboten sei. „Ich bin überzeugt, dass die Entscheidung richtig war“, sagt Grossmann. „Rechtlich gab es keine andere Möglichkeit, wenn man nicht mit Tricks und Winkelzügen arbeiten wollte.“ 

Und wenn man das getan hätte, hätte man die AfD vielleicht aus Werl herausgehalten, „aber das Problem nicht gelöst“. Vielmehr hätte man die AfD dadurch „in einer Märtyrerposition gebracht“, sagt der CDU-Bürgermeister. Er lobte insgesamt das „Zusammenspiel der Kräfte, bei dem alles hoch professionell ineinander griff.“

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Quelle: wa.de

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