Ein Stück Zeitgeschichte: Deutsches Fußballmuseum eröffnet am 25. Oktober

+
Kurator Julian Oppmann zeigt den Pokal, den Günther Netzer als Fußballer des Jahres 1972 bekommen hat.

Dortmund - Neun Jahre nach dem Sommermärchen im Jahr 2006 wird – finanziert unter anderem aus den Gewinnen der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land – am 25. Oktober in Dortmund das Deutsche Fußballmuseum für den Publikumsverkehr eröffnet.

Betreiber ist die DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum gGmbH. „Wir sehen uns als Ort des deutschen Fußballs und der deutschen Fußballkultur“, sagt Kurator Julian Oppmann.

Mit einer Mischung aus traditioneller Ausstellung sowie inszenatorischen und partizipatorischen Elementen sollen Aspekte veranschaulicht werden, die über den Fußball hinausgehen. „Wir wollen über die Exponate Zeitgeschichtliches erzählen“, erklärt der Kurator.

So zum Beispiel in der Abteilung über den Fußball in der DDR, in der Dokumente über die Überwachung durch die Stasi gezeigt werden. „Man frischt sein ganzes deutsches und europäisches Geschichtswissen wieder auf“, sagt der 29-Jährige.

Man wird sich nicht anhand einer Zeitleiste durch das Museum arbeiten, sondern es wie bei einem Fußballspiel erleben. In den Bereichen „Vor dem Spiel“ (Emotionale Einstimmung), „1. Halbzeit“ (Die Welt der Nationalmannschaften und des deutschen Fußballs), „Halbzeitpause“ (Trainer und Taktik), „2. Halbzeit“ (Die Welt des Vereinsfußballs) und „Nach dem Spiel“ (Spielzone).

"Kugelblitz" Ailton war topfit

Ab Oktober können die Museumsgäste Zeitgeschichtliches aus dem Fußball erleben.

„Wir wollen auch hinter die Kulissen blicken“, erklärt Oppmann. Die Exponate sind vielfältig, reichen von den Pokalen in der „Schatzkammer“ über den Schuh, mit dem Mario Götze Deutschland im WM-Finale 2014 das Siegtor geschossen hat, das „Anpfiff“-Buchmanuskript von Toni Schumacher bis hin zum für Besucher begehbaren Mercedes-Bus der Deutschen Nationalmannschaft. Und es gibt Kurioses wie zum Beispiel die leistungsdiagnostischen Daten von „Kugelblitz“ Ailton aus seiner Zeit in Bremen, die zeigen, dass er – entgegen aller Annahmen – topfit war.

„Wir wollen die Besucher mit reinholen“, sind für Julian Oppmann neben den klassischen Ausstellungsstücken die partizipatorischen Elemente sehr wichtig für das Erlebnis Fußballmuseum. So wird es unter anderem eine Sprecherkabine geben, in der man selbst zum Kommentator werden kann.

Mit dem Museum wird auch die „Hall of Fame“ des deutschen Fußballs ins Leben gerufen. Hier werden künftig die großen Spieler- und Trainerpersönlichkeiten des deutschen Männer- und Frauenfußballs gewürdigt.

Lars Ricken stellt Schuh zur Verfügung

Ein besonderes Exponat traf gestern bei Museumsdirektor Manuel Neukirchner ein. „Ex-Nationalspieler und BVB-Legende Lars Ricken stellt seinen rechten Schuh aus dem Champions-League-Finale von 1997 gegen Juventus Turin für die Dauerausstellung im Deutschen Fußballmuseum zur Verfügung“, heißt es auf der Homepage des Museums.

Am Freitag, 21. August, übergab der damalige Torschütze zum 3:1-Endstand das besondere Exponat persönlich an Museumsdirektor Manuel Neukirchner, teilte das Museum jetzt mit. Rickens spektakulärer Heber aus knapp 30 Metern unmittelbar nach seiner Einwechselung in der 71. Spielminute wurde von den BVB-Fans zum Jahrhundert-Tor des Vereins gewählt.

“Ich bin nicht der große Utensilien-Sammler”, gibt Lars Ricken zu. “Bei meinen Eltern standen die Schuhe in den vergangenen Jahren nahezu unbeachtet in einer Vitrine. Als dann die Anfrage vom Deutschen Fußballmuseum kam, musste ich nicht lange überlegen. Als gebürtiger Dortmunder, der sein ganzes Fußballer-Leben für den BVB gespielt hat, gibt es doch keinen würdigeren Platz als diese tolle Museum in Dortmund.”

“Der deutschen Fußballgeschichte hat Lars Ricken einen magischen Moment beschert, der in unserer Ausstellung eine besondere Würdigung erfährt”, ergänzt Museumsdirektor Manuel Neukirchner. “Mit dem Schuh wird die emotionale Inszenierung, die an den außergewöhnlichen Europapokalabend im Münchener Olympiastadion erinnert, noch einmal wunderbar aufgewertet.”

Lars Ricken übergibt an Museumsgeschäftsführer Manuel Neukirchner die Schuhe, die er im Champions-League-Finale 1997 getragen hat.

Mit einem Fest auf dem Museums-Vorplatz findet am 25. Oktober die Eröffnung statt. Der Online-Ticketverkauf wird im Laufe des Septembers freigeschaltet.

Von Jens Hippe

Weitere Informationen finden Sie auch hier:

www.fussballmuseum.de

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare