Aufregung steigt

Gina Lückenkemper vor der EM: „Langsam wird es tatsächlich ernst“

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Gina Lückenkemper versucht es bei all dem Trubel zwischen den großen Wettkämpfen etwas ruhiger anzugehen.

Soest - Wenn Gina Lückenkemper in diesen Tagen etwas Ruhe hat, dann liegt sie gerne zu Hause auf dem Bett und entspannt. Denn sie weiß genau: Mit der Ruhe wird es ziemlich bald wieder vorbei sein. „Jetzt wird es langsam tatsächlich ernst“, sagt die 19-Jährige und denkt dabei an die Europameisterschaft in Amsterdam nächste Woche und vor allem an die Olympischen Spiele Anfang August.

Nach dem Trubel rund um die Deutsche Meisterschaft vor zwei Wochen und ihrem Sprint zum 200 Meter-Gold, hat sie sich ein bisschen zurückgezogen. Fünf Tage lang hat sich die Soesterin im Bundesleistungszentrum Kienbaum östlich von Berlin auf die EM nächste Woche vorbereitet. 

Hier hat sie am Dienstag auch die ersten Glückwünsche entgegengenommen, als der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ihre Olympia-Nominierung bekannt gegeben hat. Und das, was eigentlich nur noch Formsache war, wirkte dann plötzlich doch ziemlich aufregend. „Der DOSB hat mich schon ein paar Tage vorher gebeten, ein kleines Handyvideo von mir zu drehen. Trotzdem ist das natürlich wahnsinnig toll, dass ich jetzt auch offiziell dabei bin“, so Lückenkemper.

Erst einmal steht jetzt aber dieEuropameisterschaft in Amsterdam an. Hier wird sie über 200 Meter und mit der 4x100 Meter-Staffel antreten. Im Trainingslager in Kienbaum waren alle acht Frauen dabei, die der Deutsche Leichtathletik-Verband für den Kurzsprint in Amsterdam nominiert hat. Auf dem Trainingsplan standen daher vorwiegend die Staffel-Wechsel. 

„Das lief wirklich gut“, sagt Lückenkemper. Sie hat vor allem die Wechsel in der zweiten Kurve an Position drei trainiert. Das ist die Position, auf der sie schon zum Saisoneinstieg mit dem deutschen Quartett zur neuen Weltjahresbestzeit gesprintet war. An dieser Marke von 44,00 Sekunden werden sich die deutschen Sprint-Frauen in Amsterdam messen lassen müssen.

Neben dem rein sportlichen Aspekt standen in Kienbaum auch kleinere teambildende Maßnahmen auf dem Programm. „Wir waren mal Eisessen, haben Karten gespielt, alles eben auch, damit wir da wirklich als eine Mannschaft auftreten.“ Denn klar ist auch: Bei acht potentiellen Kandidaten für vier Staffel-Plätze muss die Hälfte zuschauen. 

Als derzeit schnellste Deutsche ist Lückenkemper für den Endlauf gesetzt, ob sie aber schon im Vorlauf zum Einsatz kommen wird, weiß sie noch nicht. „Wer da am Ende auf der Bahn steht, wird sich dann erst vor Ort entscheiden“, so Lückenkemper. Bevor es in Amsterdam mit der Staffel auf die Bahn geht, wird Lückenkemper am Mittwoch im 200 Meter-Lauf antreten.

Schon am Montag macht sie sich auf den Weg in die Niederlande. Und spätestens dann wird es mit der Ruhe wohl vorbei sein. - mo

Quelle: wa.de

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