Sprengstoff rieselt bei Lastwagen-Unfall über A46

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Sprengstoff rieselte beim Unfall eines Transporters auf die Autobahn 46.

[UPDATE 13.15 Uhr] Düsseldorf - Ein Gefahrguttransporter kracht auf der A46 in die Betonleitplanke. Von der Wucht schleudert Sprengstoff-Granulat auf die Fahrbahnen. Die Feuerwehrleute räumen das Trümmerfeld mit größter Vorsicht.

Erst flüssiges Aluminium, dann Sprengstoff- Granulat: Binnen weniger Tage strömte schon wieder Gefahrgut bei einem schweren Autobahnunfall auf die Fahrbahn.

Auf der Autobahn 46 verlor am Freitagmorgen der Fahrer eines mit 2400 Kilogramm Sprengstoff beladenen Lastwagens die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Beim Aufprall auf die Beton-Mittelschutzleitplanke nahe der Anschlussstelle Haan-Ost (Kreis Mettmann) wurden durch die Wucht fast die gesamte Ladung auf die Fahrbahnen geschleudert, teilte die Feuerwehr Haan mit.

Verschiedene Sprengstoffe geladen

Die Feuerwehr schätzte die Explosionsgefahr letztlich als gering ein, weil keine Zünder an Bord waren und mit Vorsicht vorgegangen wurde. Der Lkw, der in Fahrtrichtung Wuppertal auf dem Weg zu einem Kalksteinbruch unterwegs war, hatte zwei verschiedene Sprengstoffe geladen.

Vor allem Sprengstoff-Granulat, das sich aus aufgeplatzten Säcken auf Fahrbannen ergoss, machte das Aufräumen schwierig.

Die Rettungskräfte riefen Experten des Landeskriminalamtes zu Rat. Schließlich kamen speziellen Besen, die sich nicht statisch aufladen, beim Auffegen des herumgeflogenen Sprengstoff-Granulats zum Einsatz.

Zigarettenkippen oder Reibungsenergie als Gefahr

Das Gefahrengut wurde Edelstahlbehältern gesammelt und zu einem abgesperrten Parkplatz in der Nähe gebracht. Dort konnte das Transportunternehmen das aufgesammelte Material umladen.

"Da für eine Zündung des Sprengstoffs große Energie erforderlich ist, konnte die Gefahr einer Zündung als gering eingeschätzt werden", erklärte die Feuerwehr. Trotzdem seien beide Fahrtrichtungen gesperrt worden, um Gefahren beispielsweise durch heiße Zigarettenkippen oder Reibungsenergie durch das Überfahren des Granulats ausschließen zu können.

Vorsorglich brachte die Berufsfeuerwehr Solingen außerdem Tanklöschfahrzeuge in Stellung gebracht. "Die Gefahr ist tatsächlich gering, wenn man vorsichtig agiert", unterstrich ein Sprecher.

Gefahrgutunfall auf der A1 am vergangenen Wochenende

Auf der A1 bei Schwerte war am Sonntag ein Transporter mit flüssigem Metall ins Schleudern geraten und auf die Seite gekippt. Das etwa 800 Grad heiße Aluminium ergoss sich über drei Fahrspuren und setzte den Asphalt stellenweise in Brand.

Der Fahrer des Spezialtransporters erlitt leichte Verletzungen. Die Fahrbahn sowie der Standstreifen mussten auf 300 Quadratmetern in einer mehrtägigen Aktion erneuert werden. Außerdem musste die Betonschutzwand erneuert werden.

Quelle: wa.de

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