Mordkommission im Polizeipräsidium Hagen eingerichtet

Brutaler Überfall in Menden: Ehepaar gefesselt und geknebelt

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Der Tatort an der Thüringenstraße in Menden.

[Update, 27. November] Menden - Ein schweres Verbrechen schockiert Menden: Im Stadtteil Platte Heide ist ein Ehepaar im eigenen Haus offenbar von mehreren unbekannten Tätern überfallen, dabei gefesselt und geknebelt werden. Die betagten Personen - beide sind nach Angaben der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis jeweils 84 Jahre alt - wurden schwer verletzt in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert, Lebensgefahr besteht nicht mehr. Dem Ehepaar gehe es den Umständen entsprechend, heißt es in einer Polizeimeldung vom Sonntag. Eine Mordkommission ermittelt.

Das Einfamilienhaus der Senioren befindet sich an der Thüringenstraße im Stadtteil Platte Heide. Die intakte Nachbarschaft rettete den Senioren mutmaßlich das Leben. 

Zwei Autos standen vor der Tür, die Tageszeitung steckte noch im Briefkasten, vor dem Haus stand noch die Mülltonne und an der Haustür hing der Zettel eines Handwerkers wegen eines verpassten Termins: In Summe veranlasste das die besorgte Nachbarschaft am Freitagabend dazu, etwas zu unternehmen und am Haus zu klingeln.

Weil die Bewohner allerdings nicht öffneten - was die Nachbarn völlig zurecht als untypisch und damit verdächtig einstuften - informierten sie gegen 20.30 Uhr die Polizei. Die verschaffte sich unmittelbar nach ihrem Eintreffen über die Rückseite des Gebäudes gewaltsam Zugang und fand das körperlich geschwächte Ehepaar misshandelt, gefesselt und geknebelt auf.

Sofort wurde der Rettungsdienst alarmiert. Die Opfer waren beide nicht ansprechbar. "Man darf sich tatsächlich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn beide nicht am Freitagabend gefunden worden wären", sagte Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski am Samstagmittag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dass die Täter ihre Opfer hilflos zurückließen und damit billigend in Kauf nahmen, dass die Senioren sogar sterben könnten, erschütterte auch die Einsatzkräfte der Polizei.

Fest steht bislang nur, dass sämtliche Räumlichkeiten von den Tätern durchsucht worden waren. Weil die Opfer stark dehydriert aufgefunden worden waren, nehmen die Ermittler an, dass sich die Täter bereits am Donnerstagabend Zugang zum Haus verschafft hatten. "Vermutlich am frühen Abend" seien die Täter gekommen, so Boronowski - und in der Nacht auf Freitag verschwunden.

Was die Täter konkret erbeuteten, steht bislang noch nicht fest. Inzwischen ist das Ehepaar außer Lebensgefahr, konnte aber angesichts eines Schocks noch nicht näher zu den Umständen der Tat befragt werden.

Angehörige des Ehepaares bedankte sich am Samstagmittag vor Ort bei jenen Nachbarn, die die Zeichen richtig gedeutet und die Polizei informiert hatten.

Das Haus an der Thüringenstraße wurde noch in der Nacht auf Samstag auf Spuren untersucht und anschließend versiegelt. Eine Mordkommission wurde beim zuständigen Polizeipräsidium Hagen eingerichtet und ermittelt.

Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die im Umfeld des Tatortes verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt haben - entweder am Donnerstagabend oder aber in der Nacht. Hinweise erbittet die Polizei Menden unter der Rufnummer 02373/90990.

Quelle: wa.de

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