Großbrand Warstein

Angst vor Umweltschäden - Brandort weiter abgesperrt

Große Mengen Löschschaum kamen zum Einsatz. Doch wie reagieren die Chemikalien? - Foto: Großelohmann

Warstein - „Eine Materialschlacht!“ Auf diesen Nenner bringt Warsteins stellvertretender Stadtbrandmeister Donat Ahle am Morgen den Großbrand in der Nacht von Donnerstag auf Freitag bei dem Galvanik-Unternehmen Gramm im Gewerbegebiet Puddelhammer zwischen Warstein und Belecke.

Nicht nur sämtliche verfügbaren Wehren aus dem Kreisgebiet eilten den Warsteinern zu Hilfe, auch aus dem Ruhrgebiet wurden Expertenteams und Drehleitern angefordert.

Insgesamt waren 350 Wehrleute im Einsatz. Die Flammen loderten meterhoch aus dem Betriebsgebäude, eine dichte Rauchwolke entwickelte sich und zog gen Suttrop, Rüthen und Kallenhardt.

Die Bevölkerung war in der Nacht von Polizeifahrzeugen per Lautsprecher gewarnt und aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Inzwischen gab es Entwarnung. Hubschrauber kreisten über dem Gelände, um einen besseren Überblick gewinnen zu können. Für Absperrmaßnahmen war die Polizei zwischenzeitlich mit 16 Streifenwagen im Einsatz.

Am Freitag folgt auf die Materialschlacht der Versuch der Schadensbegrenzung - zumindest was die Umweltfolgen angeht. Mehrere Behörden sind vor Ort, um einen Überblick zu bekommen. Der Schaden geht schon jetzt in die Millionen.

Bilder vom Freitagmorgen

Am Morgen nach dem Großbrand in Warstein - Löscharbeiten beendet

Stellvertretender Stadtbrandmeister Donat Ahle berichtet am Morgen, dass zwar bekannt sei, welche Stoffe und Chemikalien in dem Gebäude vorhanden seien, doch wie genau die Lagerung erfolgte und zu welcher Reaktion eine Verbindung der Chemikalien – unter anderem auch mit den Löschmitteln – aussehe, das sei im Einsatzfalle kaum genau abzuschätzen. Deshalb entwickele sich ein solcher Brandort erst recht bei dieser Größe zu einem Pulverfass.

Auch die Vertreter der Umwelt-, Ordnungs- und Wasserbehörden konnten am Morgen noch nicht genau sagen, welche Maßnahmen nötig sind. Klar ist, dass Erdreich im Bereich der Wäster, die unmittelbar auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorbeifließt, ausgebaggert werden muss. Aus einem Tor des Betriebsgebäudes floss die gefährliche Mischung aus Löschmittel und Chemikalien in den Uferbereich. Mit einer Absperrung versucht die Wehr, dies in Grenzen zu halten, auch Bindemittel wurden ausgebracht.

Bilder aus der Brandnacht

Großbrand in Warstein

Um Gewissheit über die Gefahren zu erhalten, wurden Proben der Chemikalien und der entstandenen Flussigkeitsgemische per Polizeikonvoi in ein Labor nach Lippstadt gefahren.

Der Brandort mit allen direkten Zufahrten ist weiter abgesperrt. Zahlreiche Helfer und Rettungskräfte sind noch vor Ort, viele von ihnen allerdings übermüdet. Noch immer qualmt das Gebäude, auch wenn die Brandherde gelöscht sind. Wir berichten weiter.

Hier finden Sie den Erstbericht

Brand bei Firma Gramm: 350 Feuerwehrleute im Einsatz

Quelle: wa.de

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