Immer weniger Kirchensteuer-Zahler

Bistum Paderborn: Überschuss und 4,2 Milliarden Euro Vermögen

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Der Dom in Paderborn. Links die Fassade des Diözesanmuseums.

Paderborn - Mit einem Milliardenvermögen gehört das Bistum Paderborn zu den reichsten in Deutschland - und es spart weiter für die Zukunft. Die Pensionsverpflichtungen sind groß, zugleich bedeuten immer weniger Katholiken immer weniger Kirchensteuern.

Das Erzbistum Paderborn hat sein Vermögen für die Altersvorsorge seiner Mitarbeiter weiter aufgestockt. Es stieg im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, wie aus dem am Dienstag vorgestellten Finanzbericht des Erzbistums hervorgeht. 

Dauerhaft niedrige Zinsen und die "enormen Vorsorgeverpflichtungen" machten die Aufstockung notwendig, sagte Finanzchef Dirk Wummel. Das Bistum gehört mit seinen 1,55 Millionen Katholiken zu den wohlhabendsten in Deutschland - vor Köln und nach München. 

Seit dem Finanzskandal um den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst bemühen sich die Bistümer um mehr Offenheit bei ihren Vermögenswerten. Weiterhin keine Angaben macht Paderborn zu den Besitztümern des bischöflichen Stuhls. Dies realistisch zu bewerten und darzustellen werde noch Jahre dauern, sagte Wummel. 

Zum zweiten Mal veröffentlicht wurden jedoch die Einnahmen, Ausgaben und Überschüsse. Der Gewinn belief sich demnach 2015 ähnlich wie im Vorjahr auf 44,2 Millionen Euro. 

Davon seien 20,8 Millionen Euro als zusätzliche Mittel an die Kirchengemeinden im Bistum ausgeschüttet worden. Weitere neun Millionen Euro gingen den Angaben zufolge an die Caritas und den Flüchtlingsfonds des Bistums, mit dem 2015 insgesamt 700 Projekte der Integrations- und Betreuungsarbeit unterstützt wurden. 

Insgesamt erzielte das Bistum Einnahmen von 552 Millionen Euro - 396 Millionen davon stammen aus Kirchensteuern. Dies entspricht einem Anstieg um 5,3 Prozent, der durch die wirtschaftlich gute Lage in Deutschland begründet sei. 

Doch schon jetzt zeichne sich ab, dass das Bistum in Zukunft mit geringeren Steuereinnahmen rechnen müsse, sagte Wummel. Weil seit Jahren mehr Katholiken sterben als getauft werden, sinkt die Zahl der Kirchensteuerpflichtigen stetig. 

In den ersten drei Monaten dieses Jahres sei daher bereits ein Rückgang der Mittel spürbar. Das Erzbistum Paderborn erstreckt sich vom Kreis Minden bis ins südliche Siegerland und vom Hochsauerland bis ins Ruhrgebiet. - dpa

Quelle: wa.de

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