Hobbylandwirt in Essen zu lebenslanger Haft verurteilt

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Der Angeklagte im Gerichtssaal.

Essen - Tödliches Ende einer Ehekrise: Mitte Februar soll ein Hobbylandwirt aus Kirchhellen im Ruhrgebiet seine schlafende Frau erschossen haben. Obwohl der Mann seine Unschuld beteuert, verurteilt ihn das Essener Schwurgericht zu lebenslanger Haft.

Ein Kopfschuss tötete Mitte Februar in Kirchhellen im Ruhrgebiet eine 35-jährige Frau im Schlaf. Am Dienstag verurteilte das Essener Schwurgericht den Ehemann der dreifachen Mutter wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Die Richter halten den 40-jährigen Hobbylandwirt aufgrund einer "Vielzahl von Indizien" für überführt. Der Angeklagte beteuerte dagegen bis zuletzt seine Unschuld.

Nicht nur, dass zwei Zeugen den Mann zur Tatzeit auf dem Hof seiner Frau beobachtet hatten. Darüber hinaus wurden später auch Blutspuren des Opfers und Schmauchspuren einer Waffe an seiner Kleidung sichergestellt. Und nicht zuletzt glauben die Richter, dass der 40-Jährige auch ein Motiv für die Bluttat hatte: "Die Ehe stand schon seit längerer Zeit nur noch auf sehr dünnem Eis", sagte der Vorsitzende Richter Andreas Labentz. Für den Fall einer Trennung soll sich die Frau bereits hohe Unterhaltsforderungen haben ausrechnen lassen.

Der Angeklagte hatte zuletzt behauptet, seine Frau damals bereits tot auf ihrer Couch aufgefunden zu haben. Ein Einbrecher müsse die Bluttat verübt haben. Dass er in dieser Situation nicht selbst die Polizei und den Notarzt alarmiert habe, begründete er mit "Panik". Genau wie die Staatsanwaltschaft werteten die Richter diese Aussage jedoch als bloße Schutzbehauptung.

Anders als von der Staatsanwaltschaft beantragt, stellten die Richter jedoch keine besondere Schwere der Schuld fest. In diesem Fall wäre eine vorzeitige Haftentlassung bereits nach 15 Jahren ausgeschlossen gewesen. Der Angeklagte will nach Angaben seines Verteidigers Hans Reinhardt gegen das Urteil Revision einlegen. - dpa

Quelle: wa.de

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